Schweizerische Post startet mit Gewinnsteigerung ins Jahr - Sondergewinn stützt

(Meldung ausgebaut) - Die Schweizerische Post hat im ersten Quartal 2017 von einem Sondergewinn ihres Zugpferds Postfinance profitiert. Der Konzerngewinn stieg um über ein Drittel. Gleichzeitig erhöhte sich der Druck auf das Kerngeschäft mit Briefen, Paketen und Einzahlungen.
26.05.2017 12:00

Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 126 Mio CHF auf 333 Mio zu, wie die Post am Freitag mitteilte. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 267 Mio. Das entspricht einer Steigerung von 39% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Hauptgrund für die Zunahme seien Gewinne aus dem Verkauf von zwei Aktienportfolios bei Postfinance, heisst es in der Mitteilung. Ohne den Einmaleffekt durch diesen Verkauf hätte das Quartalsergebnis auf dem Niveau des Vorjahres gelegen, schreibt die Post.

Der Aktienverkauf spülte 109 Mio CHF in die Kasse der Finanztochter der Post. Zudem führten geringere Abschreibungen auf dem Portfolio zu einem um 51 Mio CHF tieferen Betriebsaufwand. Das Betriebsergebnis von Postfinance legte in der Folge um 74,5% auf 239 Mio CHF zu.

WENIGER BRIEFE, MEHR PAKETE

Das Briefgeschäft war im ersten Quartal weiterhin rückläufig. Das Betriebsergebnis belief sich auf 105 Mio CHF, 7 Mio weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der adressierten Briefe und der zugestellten Zeitungen lag 1,9% unter dem Vorjahresniveau.

Das Paketgeschäft hingegen lag mit einem Betriebsergebnis von 27 Mio CHF (+3 Mio CHF) leicht über dem Vorjahreswert. Das lag vor allem an der höheren Paketmenge, die um 6,5% zulegte.

Im Personenverkehr legte die Post den Rückwärtsgang ein. Postauto fuhr einen Betriebsgewinn von 10 Mio CHF ein. Das sind 4 Mio weniger als in der Vorjahresperiode.

POSTSTELLEN MIT ROTEN ZAHLEN

Sorgenkind bleiben die Poststellen, mit denen das Unternehmen weiterhin rote Zahlen schreibt. Am Schalter entgegengenommene Einzahlungen gingen um 4,5% zurück. Die Sparte Poststellen und Verkauf erzielte in den ersten drei Monaten einen Verlust von 46 Mio CHF.

Bei den Poststellen hat der Gelbe Riese bereits seit längerem den Rotstift angesetzt. Im vergangenen Herbst kündigte er die Schliessung 600 weiterer Poststellen bis 2020 an. In den vergangenen Wochen wurden konkrete Details zum geplanten Umbau bekannt.

In Graubünden werden mit grosser Wahrscheinlichkeit 24 der 56 Poststellen geschlossen. Im Kanton Bern droht 76 Filialen Umwandlung oder das Aus. Der Kahlschlag führte zu heftiger Kritik der Gewerkschaften.

Die Post weist in der Mitteilung darauf hin, dass ohne Sparmassnahmen beim Umbau des Poststellennetzes und im Kerngeschäft ein Gewinn knapp unter Vorjahresniveau resultierte hätte. Der Konzern werde deshalb weiterhin auf Effizienzmassnahmen setzen, um stabile operative Ergebnisse zu erzielen.

mk

(AWP)