Segen für Investoren, Problem für EZB: Knappheit der Bonds

Was für die Europäische Zentralbank eher ein Grund für Sorgenfalten ist, stellt sich für Investoren, die deutsche Bundesanleihen mit negativer Rendite besitzen, als Segen heraus.
21.08.2016 09:11
Deutschland will das Neuemissionsvolumen für Bonds verringern.
Deutschland will das Neuemissionsvolumen für Bonds verringern.
Bild: Pixabay

Für die EZB, die nach Wegen sucht, einen potenziellen Mangel an Anleihen für ihr Ankaufprogramm zu vermeiden, war es wohl kein Grund zur Freude: Deutschland will sein Neuemissionsvolumen um elf Prozent verringern. Das ging aus dem am Mittwoch veröffentlichten Haushaltsentwurf hervor. Die Knappheit an für das EZB-Kaufprogramm geeigneten Anleihen war bislang schon einer der Gründe, der die Bondkurse stützte und die Renditen auf Allzeittiefs drückte.

Der deutsche Haushaltsplan "ist eindeutig ein Signal, dass die EZB das Problem" der knappen Bonds angehen muss, sagte Antoine Bouvet, Zinsstratege bei Mizuho International in London. "Die meisten potenziellen Lösungen sind unterstützend für die europäischen Staatsanleihen."

Etwa 65 Prozent der deutschen Staatsanleihen im Volumen von rund 972 Billionen Euro rentieren unter dem Einlagensatz der EZB von minus 0,4 Prozent und kommen daher für das Ankaufprogramm (QE) der Zentralbank nicht in Frage.

Investoren sind mit der Knappheit bislang gut gefahren. Die Kurse von italienischen und spanischen Staatsanleihen sind gestiegen, obwohl die Länder mit politischen Unsicherheiten und Bankeninstabilität zu kämpfen haben. Deutsche Bundesanleihen haben Investoren in diesem Jahr bislang 6,3 Prozent Ertrag eingebracht, wie aus den Bloomberg World Bond Indizes hervorgeht. Spanische Bonds gewannen 6,6 Prozent und italienische 4,6 Prozent.

(Bloomberg)