Sentix-Umfrage - Sorge um Auseinanderbrechen der Euro-Zone wächst

An den Finanzmärkten nimmt die Sorge vor einem Auseinanderbrechen des Euro-Raums zu. Bei einer Umfrage unter deutschen Anlegern gab gut ein Viertel an, mit dem Euro-Austritt mindestens eines Landes zu rechnen.
28.02.2017 08:25
Die Folgen einer reduzierten Euro-Zone sind noch völlig ungewiss.
Die Folgen einer reduzierten Euro-Zone sind noch völlig ungewiss.
Bild: Pixabay

Bei einer Umfrage unter Anlegern durch das Marktforschungsunternehmen Sentix gab im Februar gut ein Viertel der Befragten an, binnen eines Jahres mit dem Euro-Austritt mindestens eines Landes zu rechnen. Das teilte Sentix am Mittwoch mit. "Die Eurokrise war nie weg", sagte Sentix-Chef Manfred Hübner. "Und dieses Mal besteht das Drama gleich aus drei Hauptakteuren: Griechenland, Italien und Frankreich."

Inzwischen hat Griechenland mit gut 19 Prozent Austrittswahrscheinlichkeit wieder Italien als grössten Wackelkandidaten abgelöst. Vor dem italienischen Verfassungsreferendum Ende 2016 hatten sich die Anleger auf die politische Lage in Italien konzentriert. Aktuell ist aber Griechenland wieder wegen Diskussionen um die Fortführung des dritten Hilfsprogramms und und eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stärker im Fokus.

Zwischenzeitlich hatten fast 20 Prozent der Befragten an einen Euro-Austritt Italiens geglaubt. Derzeit sind es nur noch knapp 14 Prozent. Zunehmend Sorgen machen sich die Anleger allerdings um Frankreich. Hier liegt der Index inzwischen bei über 8 Prozent. Noch im Januar waren es unter 6 Prozent gewesen. Ein Wahlsieg der Euro-Gegnerin Marine Le Pen vom Front National im zweiten Wahlgang bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen gilt zwar als eher unwahrscheinlich, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Bei der Sentix-Umfrage im Februar wurden gut 1000 Investoren in Deutschland befragt. Zuletzt war der Gesamtwert für den Euro-Austritt eines Landes unmittelbar nach dem Brexit-Votum der Briten im Juni 2016 noch etwas höher gewesen als derzeit. Vom Höchststand ist der aktuelle Wert von gut 25 Prozent aber weit entfernt. Im Juli 2012 war der Index im Zuge der Griechenland-Krise auf 73 Prozent gestiegen.

(AWP)