Serbien und Kroatien schaukeln sich zum Handelskrieg hoch

Die beiden politisch über Kreuz liegenden Nachbarn Serbien und Kroatien steuern auf einen Handelskrieg zu. "Stopp für Milch und Fleisch aus Kroatien", titelte die serbische Regierungszeitung "Novosti" am Montag in Belgrad. Durch schärfere Kontrollen könne sich die Einfuhr dieser Lebensmittel um bis zu einen Monat verzögern. Die Massnahmen seien eine Reaktion auf drastisch erhöhte Gebühren des EU-Mitglieds Kroatien bei der Einfuhr von Obst und Gemüse seit Mitte Juli.
07.08.2017 10:09

Die Landwirtschaftsminister von Serbien, Montenegro, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina, deren Obst und Gemüse von den neuen Gebühren betroffen sind, treffen sich an diesem Montag in Sarajevo, um gemeinsame Gegenmassnahmen zu verabreden. Diese Länder hatten schon vorher verlangt, die EU müsse sein jüngstes Mitglied Kroatien zur Ordnung rufen. Denn die einseitige Massnahme Zagrebs verstosse gegen alle Abmachungen.

Im letzten Monat hatten sich führende Politiker aus den EU-Ländern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im italienischen Triest mit den Regierungschefs aller Balkanländer getroffen. Dabei war die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes auf dem Westbalkan durch freien Handel vereinbart worden./ey/DP/stb

(AWP)