Sind die Sorgen um Europas Banken übertrieben?

Die deutsche Bundesbank hält die Sorgen um Zustand der europäischen Banken für übertrieben. Die Solvenz des Sektors stehe nicht in Zweifel.
15.10.2016 16:52
Der Sitz der Deutschen Bundesbank in Frankfurt.
Der Sitz der Deutschen Bundesbank in Frankfurt.
Bild: ZVG

Zwar sei der Sektor nicht genügend auf das Geschäftsumfeld nach der Finanzkrise vorbereitet und das spiegele die Stimmung an den Märkten wider, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext.

"Aber - und da kommt die Übertreibung hinein - die deutlichen Kursbewegungen nehmen nicht zur Kenntnis, dass die Solvenz des Sektors in Europa nicht in Zweifel steht." Dombret ist in der Bundesbank-Führungspitze unter anderem für die Bankenaufsicht zuständig.

Der europäische Banken-Index für die börsennotierten Institute brach seit Jahresbeginn um rund 23 Prozent ein. Im Juli hatte er zeitweise ein Viereinhalb-Jahrestief markiert.

Um wieder schlagkräftiger zu werden, sollten Banken Geschäftsmodelle überprüfen und für mehr Effizienz in der Organisation sorgen. Auch Fusionen und Übernahmen gehörten hierher. "Aber nur die Verbindung von gesunden Unternehmen dürfte zu stärkeren Teams führen", sagte Dombret.

Selbst dies sei dann nicht garantiert. Schon länger wird darüber diskutiert, dass viele europäische Geldhäuser im Vergleich zu ihren US-Rivalen deutlich weniger Rendite erwirtschaften und auch bei der Kapitalausstattung hinterherhinken. Geldhäuser verweisen in diesem Zusammenhang häufig auf die langanhaltenden Niedrigzinsen in Europa und auf hohe Regulierungskosten.

(Reuters)