SIX Group: Börsenchef bewirbt sich nicht als Nachfolger von CEO Rüegsegger

Christoph Landis, Leiter der SIX Swiss Exchange, wird sich selbst nicht für den per Anfang Jahr offenen Posten als Gruppen-CEO bewerben. "Nicht weil der Job nicht interessant wäre, doch ich bin gerade einmal zwei Jahre Börsenchef", sagte Landis in einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft" (Mittwochausgabe). Er habe noch lange nicht alles erreicht, was er möchte, und der Schritt käme für ihn viel zu früh.
09.08.2017 08:56

Offenbar hat die SIX Group bis dato noch keinen Nachfolger für CEO Urs Rüegsegger, der per Ende Jahr zurücktritt. Wie der nächste Group-CEO heisst, könne er nicht sagen, so Landis. Das sei Sache des Verwaltungsrats, und er habe keinerlei Einblick in den Besetzungsprozess.

Seit Ende Mai ist bekannt, dass Rüegsegger die Verantwortung abgeben wird. Einer seiner grössten Verdienste sei es, so Landis weiter, aus drei Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Systemen und Kulturen ein Unternehmen gemacht zu haben. Der neue gemeinsame Standort am Zürcher Hard Turm Park sei die Vollendung des Zusammenschlusses.

2008 hatten sich SWX Group, Telekurs Group und SIS Group zur SIX Group zusammengeschlossen, die damit die Geschäftsfelder Wertschriftenhandel, -dienstleistungen sowie Finanzinformationen und Zahlungsverkehr abdeckte.

"MARGENSCHWUND IST IMMER EIN THEMA"

Den Margendruck für seinen Geschäftsbereich erachtet Landis indes als nicht so dramatisch. Margenschwund sei zwar immer ein Thema: Überall wo Wettbewerb herrscht, gebe es Preisdruck, und in den vergangenen Jahren seien die Preise kontinuierlich nach unten korrigiert worden. Gleichzeitig seien aber auch Infrastruktur und Prozesse effizienter gestaltet worden. "Sprich, wir können preislich mit den MTF mithalten", sagte Landis, im FuW-Interview auf Sekundärmarkt-Plattformen von Banken angesprochen, den sogenannten Multilateral Trading Facilities.

Dennoch: Im vergangenen Jahrzehnt sei rund ein Drittel des Sekundärmarkts, vor allem in Aktien, vor allem in Bluechips, an diverse MTF verlorengegangen. Die Schweizer Börse habe mit Inkrafttreten von Mifid I seit 2007 Geschäftsanteile verloren. "Mit dem Regulierungspaket wurden die Monopolstellungen der Börsen aufgebrochen."

Weiter sagte Landis mit Blick auf den IPO-Markt, dass die Anziehungskraft des Finanzmarktes Schweiz ungebrochen sei. Im langjährigen Mittel sei die Zahl der Börsengänge bei fünf bis sieben stabil. Und im laufenden Jahr habe die Swiss Exchange bislang nicht nur mehr gehabt als 2016, sondern dazu sehr wichtige.

Er nannte dabei unter anderem Galenica, "der grösste Börsengang des Quartals in Europa". Anfang April war die Abspaltung des Logistik- und Apothekengeschäfts von Galenica an die Börse gebracht worden.

ys/tp

(AWP)