Slowakische Gewerkschafter warnen vor Billigarbeitern

Im Niedriglohnland Slowakei fühlen sich Gewerkschafter durch noch billigere Arbeitskräften aus östlicheren Ländern bedroht. Die Arbeitergewerkschaft KOVO drohte am Freitag Proteste wie eine Grossdemonstration Ende April in Bratislava an.
17.03.2017 19:52

Die Slowakei hat eine Arbeitslosenquote von rund zehn Prozent, der Durchschnittslohn beträgt weniger als 900 Euro pro Monat. Zugleich aber beklagt vor allem die Autoindustrie einen zunehmenden Mangel an Facharbeitern. Sie wirbt deshalb immer mehr Arbeiter aus Ländern ausserhalb der EU an.

Ein Sprecher der Gewerkschaften kritisierte am Freitag: "Das Problem des Arbeitskräftemangels in der Slowakei ist von den Firmen selbst verursacht worden. Sie sollten anständige Löhne zahlen, dann löst sich das Problem von selbst. Stattdessen wollen sie durch den Import von Billigarbeitern den unhaltbaren Zustand von niedrigen Löhnen und hohen Gewinnen konservieren." In Deutschland und im Nachbarland Österreich gelten Arbeitskräfte aus Ländern wie der Slowakei selbst als Billigkonkurrenz für Einheimische auf dem Arbeitsmarkt./ct/DP/fbr

(AWP)