SNB-Aktie steigt auf 11-Monats-Hoch

Die Aktien der Schweizerischen Nationalbank steigen seit Jahresbeginn stärker als der Markt. Was steckt hinter dem Kursschub?
29.01.2013 12:45
Von Frédéric Papp
Auch am Dienstag zeigt der SNB-Aktienkurs steil nach oben.
Auch am Dienstag zeigt der SNB-Aktienkurs steil nach oben.
Bild: www.snb.ch

Seit Jahresbeginn kennen die Namenaktien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nur eine Richtung: nordwärts. Die Aktien haussierten seither über 10 Prozent, alleine am am Dienstag klettern die Valoren über 2 Prozent auf bis zu 1140 Franken. Dies ist der höchste Stand seit Februar 2012. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt legte seit Anfang Januar gut 8 Prozent zu.

Hinter dem jüngsten Kursschub stehen bessere Konjunkturdaten aus der Eurozone. Diese haben Ruhe in das Währungsgefüge gebracht - mit positiven Konsequenzen für die SNB. Die Währungshüter können ihre Deviseninterventionen für die Verteidigung der Kursuntergrenze zurückfahren. Dies lässt die Währungsreserven und die damit verbundenen Bewertungsrisiken nicht weiter anschwellen. 

Per Ende Dezember hatte die SNB nach provisorischen Zahlen Devisenreserven von insgesamt gut 427 Milliarden Franken in ihren Tresoren. Damit sanken ihre Devisenreserven seit Oktober nach acht Monaten drastischen Anstiegs.

Zudem spielt die jüngste Frankenschwäche der SNB in die Karten. Am 18. Januar dieses Jahres fiel der Franken auf 1,2570 pro Euro – so tief wie seit Mai 2011 nicht mehr. Als Folge davon schnellte der Buchgewinn der SNB hoch. Die Euro-Positionen haben seither fast 8 Milliarden Franken mehr wert als noch Ende Dezember.

Die SNB - ein Sonderfall 

Bei jedem anderen Unternehmen hätte eine solche Nachricht den Aktienkurs deutlich stärker ansteigen lassen, als dies bis jetzt bei den SNB-Papieren der Fall war. Aber die Schweizer Notenbank ist ein Sonderfall unter den börsenkotierten Unternehmen. Hauptzweck ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern eine dem Konjunkturverlauf angepasste Geld- und Währungspolitik. Die Leistung von Notenbankchef Thomas Jordan wird nicht am Ertragsverlauf gemessen, sondern an der Wirksamkeit der Massnahmen.

Auch Dividendenfantasien können die Kurse nicht treiben. Die Maximaldividende ist auf sechs Prozent des Nominalwerts beschränkt. Seit Jahr und Tag werden 15 Franken ausgeschüttet; das entspricht in etwa einer Rendite von 1,5 Prozent. Wegen der relativ tiefen Verzinsung werden die Valoren im Markt auch "ewige Obligationen" genannt. Die Aktien eignen sich deshalb nur für auf höchste Sicherheit bedachte Anleger.

Die Schweizerische Nationalbank rechnet für das Geschäftsjahr 2012 mit einem Gewinn von rund 6 Milliarden Franken für das Stammhaus. Die Fremdwährungspositionen haben 4,7 Milliarden Franken zum Ergebnis beigetragen, wie die SNB mitteilte. Hinzu kommt ein Bewertungsgewinn aus den Goldreserven von 1,4 Milliarden Franken wegen des gestiegenen Goldpreises. Der ausführliche Bericht zum Jahresabschluss mit den definitiven Zahlen der Konzernrechnung wird am 7. März 2013 publiziert.