SNB: Banken müssen sich für Zinsanstieg rüsten

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnt Banken und Kreditnehmer vor mittelfristig steigenden Zinsen.
24.11.2016 20:15
Fritz Zurbrügg, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank.
Fritz Zurbrügg, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank.
Bild: ZVG

"Auch wenn ein starker Zinsanstieg in der kurzen Frist unwahrscheinlich ist, besteht hier mittelfristig großer Spielraum für eine substanzielle Korrektur nach oben", sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Bern. Wenn die Zinsen stark zulegten, könnte das zu hohen Verlusten bei Banken führen.

"Es ist daher zentral, dass Kreditnehmer und Banken die Möglichkeit eines starken Zinsanstiegs in der mittleren Frist nicht ausschließen und sicherstellen, dass sie in der Lage sind, eine solche Entwicklung finanziell zu verkraften", sagte Zurbrügg.

Aktuell seien die Negativzinsen jedoch weiter nötig, um den Franken zu schwächen. "Die Wirkung des Negativzinses auf den Wechselkurs ist gegenwärtig von entscheidender Bedeutung für die Erfüllung unseres geldpolitischen Auftrags", sagte Zurbrügg. Zwar könnten die Nebenwirkungen der tiefen Zinsen die Finanzstabilität beeinträchtigen. Diese Risiken seien derzeit aber tragbar. Die Zinsen in der Schweiz zählen mit minus 0,75 Prozent zu den niedrigsten in der Welt. 

(Reuters)