SNB - Das sind die Gründe für den Rekordgewinn der Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank hat im dritten Quartal 2017 dank einer deutlichen Abwertung des Franken und einer guten Entwicklung an den Märkten einen Rekordgewinn erzielt. Die Details.
31.10.2017 08:34
Von Daniel Hügli
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich.
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich.
Bild: cash

Von Juli bis September erzielte die SNB einen Gewinn von 32,5 Milliarden Franken (zum Vergleich: Die Geschäftsbank UBS erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 0,9 Milliarden Franken). In den ersten beiden Quartalen 2017 hatte die SNB noch kleinen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken erzielt. Für die ersten neun Monate verbuchte die SNB somit einen Gewinn von insgesamt 33,7 Milliarden Franken.

Der Rekordgewinn ist auch auf eine Verkettung glücklicher Umstände zurückzuführen. So hat sich der Franken im dritten Quartal auf breiter Basis abgeschwächt, vor allem gegen den Euro. Damit war das Devisenportfolio bei der Umrechnung in Franken mehr wert, was wesentlich zum Gewinnsprung beitrug. Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug im dritten Quartal allein 30,3 Milliarden Franken, derjenige auf den Frankenpositionen 1,5 Milliarden Franken.

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt von der Entwicklung ihres 761 Milliarden Franken schweren Devisenportfolios ab, das sie im Zuge jahrelanger Interventionen vor allem während der Finanzkrise aufgebaut hat. Ziel war es, den Franken mit Käufen von anderen Währungen wie Euro oder Dollar gezielt zu schwächen, um damit die exportorientierte Schweizer Wirtschaft zu stützen.

Zum Rekordgewinn der SNB im dritten Quartal führten aber noch andere Umstände: Der Goldpreis konnte von Juli bis September um 5 Prozent zulegen. Das ergab einen Bewertungsgewinn von 2,3 Milliarden Franken. Dazu stieg der globale Aktienmarkt im dritten Quartal um rund 4 Prozent.  Die Beteiligungspapiere und -instrumente profitierten denn auch vom günstigen Börsenumfeld und trugen mit 14,4 Milliarden Franken zum Erfolg bei, wie die SNB schreibt.  Auf Zinspapieren und -instrumenten resultierte dagegen ein Kursverlust von 4 Milliarden Franken.

Die Gewinne nach dem dritten Quartal dürften Begehrlichkeiten von Bund und Kantonen wecken. Allerdings wurden die Gewinnausschüttungen an die öffentliche Hand für 2016 bis 2020 auf maximal 2 Milliarden Franken pro Jahr gedeckelt.

(mit Material von Reuters und AWP)