So sähe die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Trump aus

Donald Trump ist offiziell Kandidat der Republikaner für das Amt des amerikanischen Präsidenten. Bereits in den Vorwahlen hat er umrissen, welche wirtschaftlichen Ziele er erfolgt.
20.07.2016 19:25
«Bessere Jobs und höhere Löhne» hat sich Donald Trump als Ziel gesetzt, sollte er US-Präsident werden.
«Bessere Jobs und höhere Löhne» hat sich Donald Trump als Ziel gesetzt, sollte er US-Präsident werden.
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Seit Mittwoch ist Donald Trump offizieller Bewerber der Republikaner für das Amt des nächsten US-Präsidenten. Der Mann, der sein Vermögen mit rund zehn Milliarden Dollar angibt, will Amerika wieder gross in der Welt machen - auch wirtschaftlich. Nachfolgend dokumentiert die Nachrichtenagentur Reuters seine Positionen in wichtigen Feldern der Wirtschafts- und Finanzpolitik, wie er sie im Wahlkampf formuliert hat.

Wirtschaft und Finanzen: Trump will für mehr Wachstum in der US-Wirtschaft sorgen. "Bessere Jobs und höhere Löhne", gibt er als Ziel an. Der Immobilien-Unternehmer will die Staatsschuldenlast der USA von fast 19 Billionen Dollar abbauen. Er bezeichnet die Schuldenlast als unfair gegenüber der jungen Generation und verspricht: "Wir werden Euch nicht damit alleine lassen". Defiziten im Staatshaushalt will er ein Ende bereiten.

Steuern: Trump hat umfangreiche Steueränderungen angekündigt, die für jeden niedrigere Belastungen mit sich bringen sollen. Wer weniger als 25'000 Dollar im Jahr verdient, soll dank eines Freibetrages künftig gar keine Einkommensteuer mehr zahlen. Er will das Steuersystem vereinfachen, den Höchstsatz in der Einkommensteuer von derzeit 39,6 auf 25 Prozent kappen und die Erbschaftsteuer ganz abschaffen. Auch Unternehmen sollen künftig mit nur noch 15 Prozent Körperschaftsteuer wesentlich besser dastehen - bislang sind es 35 Prozent. Damit sollen sie an Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten gewinnen.

Jobs: Trump verspricht, der "grösste Job-produzierende Präsident" seines Landes zu werden, "den Gott jemals geschaffen hat". Dabei hält er sich zugute, als Unternehmer bereits für Zehntausende neuer Stellen gesorgt zu haben.

Handel: Um amerikanische Arbeitsplätze zu sichern, will Trump die Zölle auf im Ausland hergestellte Produkte anheben und die US-Wirtschaft insgesamt stärker gegen Konkurrenz aus dem Ausland schützen. Darüber will er mit den Handelspartnern bestehende Verträge neu verhandeln. China, aber auch Mexiko, Japan, Vietnam und Indien wirft er beispielsweise vor, die Amerikaner "auszubeuten", indem sie ihre Währungen zum Schaden von US-Exporten abwerten und manipulieren.

Freihandelsabkommen: Das angestrebte transatlantische Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) lehnt Trump ab. Für ihn schadet ein freierer Zugang der Europäer zum US-Markt - vor allem zum staatlichen Beschaffungsmarkt - den amerikanischen Firmen. Trump setzt generell anstatt auf multilaterale Handelsabkommen, etwa im Rahmen der Welthandelsorganisation, auf bilaterale Vereinbarungen mit einzelnen Staaten und Wirtschaftsräumen.

China: Die Handelsbeziehungen zu China, der nach den USA zweitgrössten Wirtschaftsmacht weltweit, will Trump grundlegend überarbeiten und dabei auf Stärke setzen. Er wirft der Volksrepublik vor, ihre Währung künstlich zu drücken, um im Handel Vorteile zu erlangen. Er will das Land daher in Verhandlungen zwingen, damit Schluss zu machen. Auch "illegale" Exportsubventionen soll die Volksrepublik keine mehr zahlen dürfen. Verstösse gegen internationale Standards in China sollen der Vergangenheit angehören. Mit all diesen Massnahmen hofft er, Millionen von Arbeitsplätzen in der US-Industrie zurückzugewinnen.

Energie- und Klimapolitik: In der Energie- und Klimapolitik hat Trump eine Kehrtwende angekündigt. Er will die USA von den ehrgeizigen Klimaschutzvereinbarungen von Paris abkoppeln, die Umwelt- und Emissionsvorschriften lockern und eine Rückbesinnung auf fossile Energieträger einläuten. "Wir werden die Kohle retten", versprach er im Wahlkampf. Auch der umstrittenen Fracking-Energiegewinnung steht Trump positiv gegenüber.

(Reuters)