Sozialversicherungen schliessen 2014 im Plus

Bern (awp/sda) - Weil ihre Einnahmen stärker wuchsen als die Ausgaben, können die Sozialversicherungen der Schweiz für 2014 ein positives Ergebnis vorlegen. Die Sozialleistungsquote stieg allerdings weiter an.
29.11.2016 18:09

Gegenüber dem Vorjahr schlossen die Sozialversicherungen 2014 mit einem leicht besseren Ergebnis von 22 Mrd CHF ab. Die Einnahmen stiegen um 2,4% auf 174 Mrd, die Ausgaben um 1,9% auf 152 Mrd. Das geht aus der am Dienstag vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlichten Gesamtrechnung hervor.

Die Kapitalwertänderungen an den Finanzmärkten waren gemäss BSV auch 2014 klar positiv. Das Kapital aller Sozialversicherungen wuchs im Vergleich zu 2013 um 8% und überschritt erstmals die Grenze von 870 Mrd CHF.

Die berufliche Vorsorge, die grösste Sozialversicherung, erzielte ein Plus von 18,4 Mrd CHF bei einem Kapital von 770 Mrd. Die AHV schloss das Rechnungsjahr 2014 mit einem Überschuss von 465 Mio ab. Ihr Kapital betrug 44,8 Mrd CHF.

Für die AHV sind auch schon die Ergebnisse für das letzte Jahr bekannt. Demnach war das AHV-Betriebsergebnis 2015 erstmals seit der Finanzkrise 2008 wieder negativ. Es lag mit einem Minus von 560 Mio CHF deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 1,7 Mrd.

LEICHTES DEFIZIT BEI DER KRANKENVERSICHERUNG

Die Invalidenversicherung, 2012 erstmals seit 20 Jahren aus den roten Zahlen gekommen, verbuchte 2014 einen Überschuss von 750 Mio CHF. Die IV-Schulden bei der AHV betrugen noch 12,8 Mrd CHF. Die Krankenversicherung erzielte mit einem Minus von 210 Millionen CHF als einziger Sozialversicherungszweig ein leichtes Defizit.

Weil die Sozialausgaben 2014 mit 2,3% deutlich stärker gestiegen sind als das Bruttoinlandprodukt (+1,4%), erhöhte sich die Sozialleistungsquote gegenüber 2013 von 20,1 auf 20,3%. Dieses Niveau war 2004 bereits einmal erreicht worden. Angesichts der erwarteten schwachen Entwicklung des BIP ist gemäss BSV ein weiterer Anstieg absehbar.

(AWP)