S&P: Kreditbewertung der Euroländer weiter deutlich unter Vorkrisenniveau

Die durchschnittliche Kreditbewertung der Länder der Eurozone liegt nach Einschätzung von Experten der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) trotz eines robusten Aufschwungs deutlich unter dem Niveau, das vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht wurde. Im Schnitt liege das Rating der Euroländer knapp unter "AA-", hiess es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung von S&P. Dies seien zwei Stufen unter dem Durchschnittsniveau, dass vor 2007 erreicht worden war. Als Gründe nannte die Agentur unter anderem politische Unsicherheiten und eine teilweise eurokritische Einstellung in Ländern des Währungsraums.
19.06.2017 15:32

Ausserdem liege die Verschuldung in den Staaten der Eurozone über dem Niveau, das vor dem Ausbruch der Krise im Jahr 2007 geherrscht hatte, hiess es weiter. Darüber hinaus wird in dem Bericht darauf hingewiesen, dass die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) zwar geholfen habe, das Auseinanderbrechen des gemeinsamen Währungsraums zu verhindern. Die ausserordentlichen Massnahmen der Notenbank könnten aber nur vorübergehend Wirkung entfalten.

Zudem habe die lockere Geldpolitik der EZB die Bereitschaft von Regierungen der Eurozone zu notwendigen Reformen geschwächt, hiess es in dem Bericht. Diese Reformen seien aber notwendig für ein stärkeres Wirtschaftswachstum.

Noch sei es ein weiter Weg, bis die Eurozone zu einem nachhaltig höheren Wachstumspfad zurückkehre, sagte S&P-Experte Moritz Krämer. Das gleiche gelte auch für eine Stabilisierung der Staatsfinanzen in Mitgliedsstaaten des Währungsraums./jkr/jsl/he

(AWP)