S&P sieht Mexikos Rating nicht mehr in Gefahr - Trump-Sorgen verflogen

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) sieht Mexikos Kreditwürdigkeit angesichts einer gesunkenen Wahrscheinlichkeit eines Handelskonflikts mit den USA und einer stabilen Entwicklung der Staatsfinanzen nicht mehr in Gefahr. Der Ausblick für das langfristige Rating sei von negativ auf stabil angehoben worden, teilte S&P am Mittwoch mit. Die Bonitätseinschätzung selbst bleibe unverändert bei "BBB+" und damit im sogenannten Investmentbereich. Dies besagt, dass Mexiko nach wie vor als geeigneter Schuldner für eine sichere Geldanlage gilt.
19.07.2017 12:18

Das Risiko einer steigenden Staatsverschuldung über die kommenden zwei Jahre sei zuletzt gesunken, so die Begründung zum geänderten Ausblick. Auf jüngste Schocks wie die deutliche Abwertung des mexikanischen Peso Ende 2016 habe die Regierung prompt reagiert. Positiv hoben die Analysten zudem hervor, dass Mexiko die Benzinpreise trotz Protesten wieder stärker an den Weltmarkt angepasst hat. Dies entlastet die Staatskasse, weil weniger Subventionen nötig sind, um den Spritpreis künstlich niedrig zu halten.

Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im vergangenen November hatte Sorgen um Mexikos Zukunft entfacht und an den Finanzmärkten den Peso stark unter Druck gesetzt. Trump hatte angekündigt, das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta aufzukündigen und Importe aus Mexiko mit hohen Strafzöllen zu belegen. Wenige Wochen vor der US-Wahl hatte S&P den Ausblick für das Mexiko-Rating auf negativ gesenkt und dabei unter anderem auf eine mögliche Abwertung des Peso verwiesen.

Inzwischen ist aber von einem Aus für Nafta nicht mehr die Rede. Stattdessen geht es um eine Überarbeitung. Man gehe inzwischen davon aus, dass sich die USA, Kanada und Mexiko auf ein neues Handelsabkommen einigen werden, das den bisherigen Austausch weitgehend erhalten werde, heisst es von S&P. Die Verhandlungen könnten demnach noch bis in das kommende Jahr hinein andauern. Der mexikanische Peso hat sich inzwischen sogar weit über das Niveau vor den US-Wahlen hinaus erholt und ist so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr./tos/jkr/fbr

(AWP)