Spanien erneut vor knapper Parlamentswahl

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien wird es voraussichtlich keinen klaren Sieger geben. Spanien steht damit erneut vor einem schwierigen Prozess der Regierungsbildung.
19.06.2016 13:46
Spaniens Sozialisten (im Bild PSOE-Chef Pedro Sánchez) müssen weitere Verluste befürchten.
Spaniens Sozialisten (im Bild PSOE-Chef Pedro Sánchez) müssen weitere Verluste befürchten.
Bild: Bloomberg

Laut Umfragen wird die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy bei der Abstimmung am kommenden Sonntag (26. Juni) die meisten Sitze gewinnen.

Eine ausreichende Mehrheit für die Bildung einer Regierung wird die PP aber verfehlen. Nach den übereinstimmenden Umfrageergebnissen, die die Madrider Zeitungen "El País", "El Mundo" und "ABC" am Sonntag veröffentlichten, dürfte Podemos (Wir können) zur zweitstärksten politischen Kraft aufsteigen. Die Linkspartei tritt bei der Wahl in einem Bündnis mit der Vereinten Linken (IU) an.

Den Sozialisten (PSOE) droht erneut ein Debakel. Die Partei von Oppositionschef Pedro Sánchez, die bei der Wahl am 20. Dezember 2015 bereits das schlechteste Ergebnis in ihrer jüngeren Geschichte erzielt hatte, muss weitere Stimmenverluste befürchten.

Spanien steht damit erneut vor einem schwierigen Prozess der Regierungsbildung. Die Neuwahl war notwendig geworden, weil die Parteien sich nach der Abstimmung vor einem halben Jahr auf keine Regierungskoalition einigen konnten, die über eine ausreichende Mehrheit verfügt hätte.

(AWP)