Spanien wird trotz Katalonien-Krise seine Anleihen los

Trotz der Verunsicherung durch die Katalonien-Krise findet Spanien ausreichend Geldgeber am Finanzmarkt. Bei der Auktion mehrerer Staatsanleihen nahm der Staat am Donnerstag insgesamt 4,6 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage übertraf das angebotene Volumen um jeweils mehr als das Doppelte.
05.10.2017 12:01

Die Kosten für den Staat entwickelten sich in unterschiedliche Richtungen. Bei der bis 2022 laufenden Anleihe mussten Investoren mit einer höheren Rendite von 0,530 Prozent gelockt werden, nachdem sie bei der vorherigen Auktion noch 0,213 Prozent betragen hatte.

Bei den bis 2029 laufenden Papieren sank die Rendite dagegen auf 1,867 von 1,896 Prozent. An der an die Inflation gekoppelten und bis 2024 laufenden Anleihe verdient der Staat sogar Geld.

"Das ist ein gutes Zeichen für spanische Bonds", sagte Analyst Antoine Bouvet vom Bankhaus Mizuho zu den Ergebnissen. "Allerdings gibt es eine ungewisse Zukunft."

Katalonien strebt nach der Unabhängigkeit. Mit seinen 7,5 Millionen Einwohnern erwirtschaftet die Region rund 200 Milliarden Euro jährlich, was etwa einem Fünftel des spanischen Bruttoinlandprodukts entspricht.

An dem Referendum hatten sich nach Angaben der Regionalregierung am Sonntag rund 43 Prozent der wahlberechtigten Katalanen beteiligt. Etwa 90 Prozent stimmten für die Loslösung von Spanien. Das katalanische Parlament soll nach dem Willen der Regierungskoalition am Montag die Unabhängigkeit erklären.

(AWP)