SRG bleibt hart: Informationsabteilung des Radios zieht nach Zürich

Die SRG bleibt trotz Widerstand aus Politik und Wirtschaft hart: Die Informationssendungen von Radio SRF werden künftig in Zürich statt in Bern produziert. Das hat der Verwaltungsrat der SRG entschieden, wie er am Mittwoch mitteilte. 170 Mitarbeitende sind vom Umzug betroffen, vor allem Medienschaffende, aber auch Techniker.
19.09.2018 17:46

Die Kritik am Entscheid liess nicht lange auf sich warten. Mit dem Entscheid schwäche der SRG-Verwaltungsrat die regionale Verankerung und gefährde die inhaltliche Vielfalt in der Berichterstattung, schrieb das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM).

Die Gewerkschaft will die Rechtmässigkeit des Umzugsentscheids prüfen. Dieser sei gefällt worden, ohne dass dem SSM sein Recht auf Anhörung zugestanden worden sei.

Die SRG opfere ein Erfolgsmodell, kritisieren Stadt und Kanton Bern sowie die Hauptstadtregion in einem gemeinsamen Communiqué. Regierungsrat Christoph Ammann (SP) reagierte gegenüber Radio SRF mit "Enttäuschung, aber auch Ärger" auf den Entscheid.

Die Behörden seien nicht ernst genommen worden. Im Moment sehe er keine politischen Einflussmöglichkeiten mehr, sagte Ammann. Auch der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste) kann den Entscheid nicht nachvollziehen, wie er im Radio sagte.

mk

(AWP)