Staatshaushalt - Italien rechnet mit steigender Neuverschuldung

Die italienische Regierung rechnet im kommenden Jahr mit einer höheren Neuverschuldung.
29.09.2019 16:17
Über Florenz braut sich ein Gewitter zusammen. Italien ächzt unter einem Schuldenberg.
Über Florenz braut sich ein Gewitter zusammen. Italien ächzt unter einem Schuldenberg.
Bild: pixabay.com

Das Haushaltsdefizit werde "in der Mitte zwischen 2,04 und 2,4 Prozent" des Bruttoinlandsproduktes liegen, sagte Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri am Sonntag dem Fernsehsender RAI. Für dieses Jahr hatte die vorherige Regierung einen Fehlbetrag von 2,4 Prozent geplant, dieses Ziel dann aber wegen steigender Zinsen für Staatsanleihen und nach einem heftigen Streit mit der EU-Kommission auf 2,04 Prozent reduziert. Italien muss seinen Haushalt im nächsten Monat der Brüsseler Behörde präsentieren.

Das Land ächzt unter einem Schuldenberg in Höhe von mehr als 130 Prozent der Wirtschaftsleistung, dem zweithöchsten in der Euro-Zone nach Griechenland. Der Staat muss deshalb viel Geld für den Schuldendienst aufbringen und steht unter Beobachtung von Finanzmärkten und EU-Kommission.

Für 2021 rechnet die Regierung einem Insider zufolge mit einem Rückgang der Neuverschuldung auf 1,8 Prozent und für 2022 auf 1,4 Prozent, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Beim Wirtschaftwachstum wird demnach für 2020 ein Plus von 0,6 Prozent sowie für 2021 und 2022 jeweils von einem Prozent angepeilt. 

(Reuters)