Staatspleite - Mehr als 100 Ökonomen unterstützen Argentiniens Umschuldungsangebot

Wenige Tage vor Fristende haben mehr als 100 Wirtschaftswissenschaftler um Nobelpreisträger Joseph Stiglitz das Angebot der argentinischen Regierung zur Restrukturierung der Staatsschulden unterstützt.
06.05.2020 22:19
Die Casa Rosada, Argentiniens Präsidentenpalast im Zentrum von Buenos Aires.
Die Casa Rosada, Argentiniens Präsidentenpalast im Zentrum von Buenos Aires.
Bild: Pixabay

"Eine nachhaltige Einigung nützt beiden Seiten: einer ums Überleben kämpfenden Volkswirtschaft mit 45 Millionen Menschen und den Gläubigern selbst", hiess es am Mittwoch in einem offenen Brief, den auch weitere prominente Ökonomen wie Edmund Phelps, Thomas Piketty, Jeffrey Sachs und Kenneth Rogoff unterzeichneten. Initiator Stiglitz gilt als akademischer Ziehvater des argentinischen Wirtschaftsministers Martín Guzmán.

Die hoch verschuldete Regierung in Buenos Aires will Kredite in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar (knapp 62 Mrd Euro) restrukturieren und hatte den privaten Gläubigern ein Umschuldungsangebot unterbreitet. Die Offerte sieht einen Schuldenschnitt und ein Zahlungsmoratorium bis 2023 vor. Die meisten Gläubiger haben das Angebot, das am Freitag ausläuft, bereits als unzureichend abgelehnt. Gelingt keine Einigung, droht Argentinien erneut die Staatspleite.

"Es in nun an der Zeit für die privaten Gläubiger, in gutem Glauben zu handeln", hiess es in dem offenen Brief der Wirtschaftswissenschaftler. "Eine verantwortungsvolle Lösung wird ein positives Vorbild sein, nicht nur für Argentinien, sondern für das ganze internationale Finanzwesen."

(AWP)