Ständerat möchte Preise für neue Medikamente begrenzen können

Bei der Festsetzung von Medikamenten sollen auch die Kosten für das gesamte Gesundheitssystem berücksichtigt werden können. Das verlangt der Ständerat. Er hat am Donnerstag eine Motion mit dieser Forderung oppositionslos angenommen.
12.09.2019 12:35

Der Vorstoss stammt vom Urner FDP-Ständerat Josef Dittli. Bei der Neuzulassung innovativer Medikamente gebe es heute extrem hohe Preisforderungen, sagte er. Finde zusätzlich eine Indikations- und Mengenausweitung statt, fehle ein Mechanismus zur Eindämmung der Kosten.

Die Preisregulierung stosse an ihre Grenzen, sagte Dittli. Es gebe zwar eine regelmässige Preisüberprüfung, die Gesamtkostenfolgen könnten dabei aber nicht berücksichtigt werden, weil es dafür keine gesetzliche Grundlage gebe.

Der Bundesrat anerkennt den Handlungsbedarf. Es kämen immer mehr innovative Krebstherapien oder Medikamente gegen seltene Krankheiten auf den Markt, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Das sei zu begrüssen, doch belasteten die hohen Preise die Grundversicherung stark. Berset kündigte an, im Rahmen eines Kostendämpfungspakets Vorschläge zu machen, das derzeit von der Verwaltung ausgearbeitet wird.

(AWP)