Standortförderung hat kaum Einfluss auf die Zuwanderung

Die Standortförderung des Bundes hat kaum Einfluss auf die Zuwanderung. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die der Bundesrat am Mittwoch zur Kenntnis genommen hat. Im Vergleich zum Zeitraum von 2008 bis 2012 hat der Effekt im untersuchten Jahr 2013 jedenfalls abgenommen. Die Zuwanderung wird demnach in erster Linie durch die rechtliche Regelung sowie die Wirtschaftslage im In- und Ausland beeinflusst.
01.11.2017 18:04

Über die drei für die Zuwanderung wichtigsten Instrumente Standortpromotion, Förderung der Beherbergungswirtschaft und Steuererleichterungen im Rahmen der Regionalpolitik unterstützte der Bund von 2013 bis 2016 durchschnittlich gut 400 Unternehmen pro Jahr. Diese schufen jährlich rund 2000 Arbeitsplätze, wie der Bundesrat schreibt.

Der Zuwanderungseffekt einschliesslich Familiennachzug belief sich auf rund 1730 bis 2240 Personen pro Jahr. Das entspricht 2,1 bis 2,8% der Nettozuwanderung, wie aus der Studie hervorgeht, die von Ecoplan im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) durchgeführt wurde.

Da sich die Standortförderung des Bundes in erster Linie auf ländliche Regionen konzentriert, entfallen rund 80% des geschätzten Zuwanderungseffekts auf diese Gebiete. Hier hätten die problematischen Effekte der Zuwanderung geringere Bedeutung als in den Ballungszentren, schreibt der Bundesrat.

Wie das Seco bereits in seinem Observatoriumsbericht zum Freizügigkeitsabkommen festgestellt hat, bildet der Zugang zu ausländischen Arbeitskräften gerade beim Aufbau neuer unternehmerischer Tätigkeiten eine wichtige Rolle. Dabei würden immer auch neue, attraktive Arbeitsstellen für die ansässige Wohnbevölkerung geschaffen.

(AWP)