Statistik für 2017 - Schweiz bei Steuerquote in OECD-Ländern unter Schnitt

Die Steuerquote in den OECD-Ländern war im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1965. Die Schweiz liegt deutlich unter dem Schnitt.
05.12.2018 14:15
28,5 Prozent der Wirtschaftskraft gingen 2017 in der Schweiz als Steuer an den Staat.
28,5 Prozent der Wirtschaftskraft gingen 2017 in der Schweiz als Steuer an den Staat.

Im Durchschnitt erhob der Staat einer Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge in 34 Ländern Steuern und Sozialabgaben in Höhe von 34,2 Prozent der Wirtschaftskraft. Im Jahr 2016 lag die Steuerquote bei 34 Prozent. Unternehmensteuern und Mehrwertsteuern machten einen wachsenden Anteil am gesamten Steuereinkommen der Industrieländer aus. Hinzu kommen unter anderen Einkommen- und Vermögensteuern.

Die Steuerquote - also die Steuereinnahmen gemessen an der Wirtschaftsleistung - in der Schweiz liegt jedoch relativ klar unter dem OECD-Schnitt. So erhielt der Staat hierzulande im vergangenen Jahr 28,5 Prozent der Wirtschaftskraft. Damit ist die Steuerquote seit dem Jahr 2000 allerdings leicht angestiegen, nämlich um 0,9 Prozentpunkte. Am niedrigsten war sie in der Schweiz in dieser Periode im Jahr 2007 mit 26,2 Prozent.

Deutschland über Schnitt

Betrachtet man hingegen Deutschland, so lag der nördliche Nachbar der Schweiz klar über dem OECD-Schnitt. Der Staat erhielt im vergangenen Jahr 37,5 Prozent der Wirtschaftskraft (plus 0,1 Prozentpunkt im Vergleich zu 2016). Damit ist die Steuerquote seit dem Jahr 2000 um 1,3 Prozentpunkte gestiegen. Am niedrigsten war sie in diesem Zeitraum in Deutschland in den Jahren 2004 und 2005 mit einer Quote von 33,9 Prozent.

Deutschland gehört bei der Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben weiter zu den Spitzenreitern. Besonders hoch sind hier im Vergleich zu anderen OECD-Ländern die Sozialabgaben. Die Steuern auf Unternehmensgewinne liegen dafür unter dem Durchschnitt.

Die höchsten Steuern unter den OECD-Ländern kassiert Frankreich. Hier erhielt der Staat im vergangenen Jahr 46,2 Prozent der Wirtschaftskraft, direkt dahinter mit 46 Prozent lag Dänemark. Rang drei ging mit 44,6 Prozent an Belgien und Rang vier mit 44 Prozent an Schweden. Auf Rang fünf folgt Finnland mit 43,5 und danach Italien mit 42,2 Prozent. Am niedrigsten war die Steuerquote unter den OECD-Ländern in Mexiko: Sie lag 2017 bei 16,2 Prozent.

(AWP/DPA)