Strafverfahren nach Zwischenfall in Chemiefirma in Pratteln

Pratteln BL (awp/sda) - Während Ermittlungen in einer Chemiefirma im Gebiet Schweizerhalle in Pratteln BL nach einer Havarie vom Mittwochabend ist auch am Donnerstag noch Chlorgas entwichen. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt eröffnet.
07.10.2016 15:06

Drei Mitarbeitende der Polizei Basel-Landschaft sowie drei Personen aus der betroffenen Chemiefirma mussten zur medizinischen Kontrolle, wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Freitag heisst. Sie konnten am gleichen Tag nach Hause zurückkehren.

Die sechs Personen hatten am Donnerstagvormittag das betroffene Produktionsgebäude betreten, nachdem dieses nach dem Zwischenfall mit Chlorgas vom Mittwochabend durch den Betrieb freigegeben worden war. Dabei stellten sie fest, dass noch immer Chlorgas aus dem System entwich.

Dieser Austritt löste einen erneuten Einsatz der Ereignisdienste aus. Ein am Vorabend unentdeckt gebliebenes Leck wurde laut Mitteilung in der Folge geschlossen. Eine Messung ergab, dass die zulässige maximale Arbeitsplatzkonzentration im Gebäude um das Zweifache erhöht war. Die Aussenwelt sei nicht betroffen gewesen.

FOKUS AUF MENSCHLICHES VERSAGEN

Gemäss den bisherigen Erkenntnissen könne ein Defekt an den betroffenen Anlagen als Ursache für das Leck ausgeschlossen werden. Im Fokus der Ermittlungen steht vielmehr menschliches Versagen, wie es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft weiter heisst.

Beim Zwischenfall am Mittwochabend war eine unbekannte Menge Chlorgas ausgetreten, wie die Behörden schrieben. Das betroffene Unternehmen schrieb in einer Mitteilung am Donnerstag, der Zwischenfall habe sich bei der Inbetriebnahme einer neuen Chlor-Elektrolyse ereignet, und es sei wenig Chlorgas ausgetreten.

Eine Chlorgaswolke im Aussenbereich hatte sich am Mittwoch laut Polizeimitteilung "relativ rasch verflüchtigt". Vor Ort durchgeführte Messungen ergaben, dass für Mensch und Umwelt keine Gefährdung bestand. Verletzt worden war niemand.

(AWP)