Streit eskaliert in Südamerika: Venezuela droht Mercosur-Rauswurf

BRASILIA (awp international) - Die südamerikanische Wirtschaftsunion Mercosur droht dem Mitgliedsland Venezuela mit dem Rauswurf. Die Gründungsstaaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay haben nach wochenlangem Streit beschlossen, dass Venezuela wegen verschiedener Verstösse nicht die turnusmässige Präsidentschaft ausüben darf. Die Staaten drohen mit dem Ausschluss aus dem Mercosur zum 1. Dezember. Das geht aus einer am Mittwoch von der brasilianischen Regierung veröffentlichten Erklärung der Aussenminister hervor.
14.09.2016 18:36

Die Präsidentschaft soll nun interimsweise gemeinsam von den vier Gründungsstaaten ausgeübt werden. Kritisiert werden vor allem Menschenrechtsverstösse und die Gängelung der Opposition in dem von einer schweren politischen Krise erschütterten Land. Venezuela ist seit 2012 Vollmitglied.

Venezuelas Aussenministerin Delcy Rodríguez, wies die Erklärung mit scharfen Worten zurück - das müsste im Konsens getroffen werden. "Wir erlauben keine Verletzung der Verträge". Der 1991 gegründete Mercosur hat es sich zum Ziel gesetzt, einen gemeinsamen Markt zu schaffen, verbunden mit Zoll- und Reiseerleichterungen. Die EU ist für den Mercosur mit Ausfuhren in Höhe von rund 110 Milliarden Euro im Jahr der wichtigste Handelspartner. Seit 1999 wird über ein Freihandelsabkommen mit Brüssel verhandelt, Venezuela erwies sich hierbei als ein Bremser./ir/DP/he

(AWP)