Streit um Lohndumping: EU-Kommission unterstützt Bemühungen von Macron

Im Streit um Pläne zur Einschränkung des Lohndumpings in Europa begrüsst die EU-Kommission die Vermittlungsbemühungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. "Wir sehen Bemühungen um eine Annäherung der Positionen positiv (...)", sagte ein Sprecher am Mittwoch wenige Stunden vor einem Treffen Macrons mit den Regierungschefs von Tschechien und der Slowakei. Man hoffe auf einen Erfolg der Anstrengungen.
23.08.2017 14:42

In dem Streit geht es um eine Reform der sogenannten EU-Entsenderichtlinie. Der aktuelle Entwurf der Kommission dafür sieht vor, dass künftig dieselbe Arbeit an ein- und demselben Ort in der Regel finanziell gleich entlohnt werden muss. Personen, die in einem EU-Staat angestellt sind, aber in einem anderen Land arbeiten, könnten demnach nicht mehr fundamental schlechter bezahlt werden als Arbeiter ihres Gastlandes.

Vor allem in östlichen EU-Staaten wird die geplante Neuregelung allerdings als eine Gefahr für heimische Unternehmen gesehen. Letztere haben in Ländern wie Frankreich und Deutschland nicht selten Wettbewerbsvorteile, weil sie ihren Arbeitern Löhne auf Heimatniveau zahlen.

Macron will deswegen möglichst schnell eine Einigung über die Entsenderichtlinie erzielen und in den Verhandlungen möglichst auch noch die Entsendedauer auf ein Jahr begrenzen. Der Kommissionsvorschlag sieht eine Begrenzung auf 24 Monate vor.

Macron wollte am Mittwochabend in Salzburg mit den Ministerpräsidenten Tschechiens und der Slowakei sprechen. Danach reist er noch nach Rumänien und Bulgarien. Einer Reform der Entsenderichtlinie müssen sowohl die Mitgliedstaaten als auch das Europaparlament zustimmen./aha/DP/stb

(AWP)