Studie - Europa steigert Marktanteil bei Batteriezellen nur langsam

Trotz Zuwächsen bei den europäischen Herstellern bleibt einer Studie zufolge die Marktmacht der asiatischen Batteriezellenproduzenten in den kommenden Jahren ungebrochen.
02.02.2021 10:56
Blick in das BMW Group Kompetenzzentrum Batteriezelle in München.
Blick in das BMW Group Kompetenzzentrum Batteriezelle in München.
Bild: ZVG

"Asien wird das Epizentrum der Zellproduktion bleiben", heisst es in der Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger und der RWTH Aachen, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Europa werde bis 2025 seinen Weltmarktanteil, bemessen an den Produktionskapazitäten, von derzeit etwa acht Prozent auf 15 Prozent verdoppeln können. Allerdings dürften vor allem die bisher dominierenden asiatischen Hersteller ihre Produktion in Europa hochfahren: Den Experten zufolge kommen europäische Unternehmen bis 2024 lediglich auf einen Anteil von vier Prozent. Die Hersteller der für Elektroautos benötigten Zellen aus China und Südkorea halten ihre Anteile von rund 60 und 20 Prozent.

Schon seit Jahren bauen Zellproduzenten aus China und Korea eigene Fertigungen in Europa auf. So errichtet CATL aus China ein Werk in Thüringen, LG Chem oder Samsung verfügen über Werke in Polen und Ungarn. Von den europäischen Herstellern mausert sich Northvolt aus Schweden zu einem grossen Anbieter, der sich ein Viertel des europäischen Marktes zum Ziel gesetzt hat. Neben einem Werk in Schweden ist eine Fabrik gemeinsam mit Volkswagen in Salzgitter geplant.

Deutschland und andere EU-Länder fördern den Aufbau von europäischen Anbietern, um die Abhängigkeit von Lieferanten aus Asien zu verringern. Insgesamt steckt der deutsche Staat fünf Milliarden Euro in Batterie-Projekte. Zuletzt billigte die EU-Kommission die milliardenschwere staatliche Förderung für ein zweites Grossprojekt im Bereich Batteriezellen, neun Milliarden Euro an privaten Investitionen sollen so angestossen werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will ein Drittel der weltweiten Produktion nach Europa holen.

(Reuters)