Industrie kämpft weiter mit Folgen des SNB-Entscheids

Ein Grossteil der Schweizer Industrieunternehmen haben die Folgen der Franken-Freigabe durch die Nationalbank vor zwei Jahren laut einer Studie noch immer nicht überwunden. Auch 2017 plane die Industrie daher weitere Anpassungsmassnahmen, teilte das Beratungsunternehmen Staufen.Inova am Samstag mit. Befragt wurden zur Jahreswende 180 Unternehmen.
14.01.2017 15:13
Flaschenproduktion bei der Zürcher Industriegruppe Vetropack.
Flaschenproduktion bei der Zürcher Industriegruppe Vetropack.
Bild: ZVG

Drei von vier befragten Gesellschaften bezeichneten die Entscheidung der SNB als Fluch für ihr Unternehmen. "Die Aufwertung hat die Betriebe ins Mark getroffen und stärkere Auswirkungen gehabt als ursprünglich angenommen", lässt sich Jürg Hodel, Geschäftsführer von Staufen.Inova in der Mitteilung zitieren. Der Anpassungsprozess sei auch heute noch nicht abgeschlossen.

Für 2017 würden eine ganze Reihe weiterer Massnahmen geplant, um trotz Frankenstärke international wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Vordergrund stehen dabei Schritte zur Erhöhung der Effizienz (71 Prozent) und eine Senkung der Ausgaben im Einkauf (50 Prozent). Jeder dritte Betrieb will den Ergebnissen der Untersuchung zufolge zudem Teile der Produktion ins Ausland verlagern. Mit der Wirkung der in den vergangenen beiden Jahren bereits ergriffenen Massnahmen sind unterdessen acht von zehn Unternehmen zufrieden.

Auf das neue Jahr blicken vier von zehn der Befragten zudem optimistisch: 39 Prozent der Unternehmen erwarten, dass 2017 erfolgreicher wird. 15 Prozent rechnen hingegen mit einer weiteren Verschlechterung. Positiv würden sich dabei nicht nur die ergriffenen Massnahmen auswirken, hiess es weiter. Auch makroökonomische Effekte hätten bereits 2016 für Rückenwind gesorgt, wie beispielsweise die Stabilisierung der Konjunktur in Europa und ein stärkerer US-Dollar.

(SDA)