Studie: Schweiz bleibt bei Unternehmenssteuern günstig - Vereinfachungen möglich

Zürich (awp) - Die Schweiz bleibt bezüglich der Steuerbelastung für Unternehmen deutlich unter dem weltweiten wie auch unter dem europäischen Durchschnitt. Nachholbedarf für das Land gebe es vor allem bezüglich der Einfachheit des Steuersystems, wo wichtige Konkurrenten noch besser abschnitten, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens PwC.
24.11.2016 12:34

Die gesamte Steuerbelastung für Unternehmen in der Schweiz beziffert die PwC-Studie "Paying Taxes 2017" auf 28,8%, womit sie gleich hoch ausfällt wie bereits ein Jahr davor. Damit liege die Schweiz klar unter dem weltweiten Durchschnitt von 40,6% (Vorjahr: 40,8%). Im Vergleich mit den EU- und EFTA-Staaten komme sie damit - wie in den Vorjahren - auf Platz 7. Eine günstigere Steuerbelastung weisen in dieser Gruppe unter anderen Luxemburg (20,8%) und Kroatien (20,9%), aber auch Dänemark (25,0%) und Irland (26,0%) auf.

Bezüglich der Einfachheit von Steuersystemen belegt die Schweiz im PwC-Ranking im weltweiten Vergleich den Platz 18 und in Europa den Rang 7. Positiv zeigt sich das Land bezüglich dem Zeitaufwand für das Nachkommen der Steuerpflicht, wo die Schweiz mit durchschnittlich 63 Stunden im EU/EFTA-Vergleich auf Rang 3 liegt und sehr deutlich unter dem Durchschnitt von 164 Stunden bleibt. Dagegen müssen Unternehmen hierzulande statistisch 19 Zahlungen leisten, was deutlich über dem europäischen Durschnitt von 11,8 Zahlungen liegt.

Nicht sehr gut schneidet die Schweiz zudem im "post-filing index" ab. Mit diesem wird der administrative Aufwand bezüglich der Rückerstattung der Mehrwertsteuer sowie bezüglich einer nachträglichen Korrektur einer Steuererklärung gemessen. Hier liegt die Schweiz im PwC-Index innerhalb Europas lediglich auf Platz 25 unter 32 Staaten. Der Grund sei das Veranlagungssystem, bei welchem nachträgliche Korrekturen oft zu administrativen Umtrieben führten.

Auch nach der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III werde die Schweiz ein attraktiver Steuerstandort bleiben, so die PwC-Experten. Auch KMU würden davon profitieren. Gleichzeitig dürfe aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Gewinnsteuern nur einen kleinen Teil der gesamten Steuerzahlungen und Zwangsabgaben (inklusive Sozialversicherungen) eines Unternehmens an den Staat ausmachten. Beim "Musterunternehmen" der PwC- Studie würde nach Einführung der Unternehmenssteuerreform III die Gesamtsteuerbelastung von 28,8% auf 28,1% sinken.

tp/cp

(AWP)