Studie zeigt - Vor allem der deutsche Staat profitiert von Ultratiefzinsen

Der deutsche Staat hat einer Allianz-Studie zufolge in den vergangenen Jahren im Euro-Länder-Vergleich am meisten von den Dauertiefzinsen profitiert.
16.11.2019 23:40
Die deutsche Flagge über dem Residenzschloss von Karlsruhe.
Die deutsche Flagge über dem Residenzschloss von Karlsruhe.
Bild: Pixabay

Grund sei, dass der Rückgang der Zinsen mit Zurückhaltung bei den Schulden einhergegangen sei, teilte der Münchner Versicherer vergangene Woche auf Basis von Berechnungen zum Nettozinseinkommen mit. Insgesamt liege der Vorteil für den deutschen Staat bei sechs Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) - das seien rund 184 Milliarden Euro. Für den italienischen Staat seien es vier Prozent des BIP oder 66 Milliarden Euro. In anderen Ländern hätten dagegen steigende Schulden den Zinsvorteil wieder zunichtegemacht.

In der Allianz-Studie wurden die Nettozinseinkommen der vier Sektoren Staat, Privathaushalte, Unternehmen und Finanzfirmen in den Euro-Ländern von 2008 bis 2018 untersucht. Eines der Ergebnisse: Nur die Unternehmen können durchgehend vom Niedrigzinsumfeld profitieren. Besonders gross seien die positiven Auswirkungen für hochverschuldete Firmen in Südeurope gewesen. Für die Privathaushalte sei das Ergebniss dagegen sehr uneinheitlich.

So habe sich das Nettozinseinkommen deutscher Haushalte um 123 Milliarden Euro verschlechtert. Für spanische Haushalte nahm es dagegen um 153 Milliarden Euro zu. Ähnlich sieht es für die Finanzbranche aus: Während Finanzfirmen in Belgien und in den Niederlanden sogar von den Dauertiefzinsen profitierten, verschlechterte sich das Nettozinseinkommen deutscher Institute den Daten zufolge um 114 Milliarden Euro.

(Reuters)