Südkorea plant weitere Milliarden-Hilfen für Schiffbauindustrie

SEOUL (awp international) - Südkorea will der angeschlagenen einheimischen Schiffbauindustrie mit öffentlichen Aufträgen für mehr als 250 Schiffe helfen. Für die Aufträge, die auch Militärschiffe einschliessen sollen, will die Regierung bis 2020 mehr als elf Billionen Won (8,8 Milliarden Euro) ausgeben. Davon sollen auch die drei grössten Werften der Welt profitieren, die in Südkorea sitzen. Ausserdem kündigte Finanzminister Yoo Il Ho am Montag in Seoul weitere Finanzhilfen in Höhe von 6,5 Billionen Won für die ebenfalls kriselnde Schifffahrtindustrie des Landes an.
31.10.2016 11:49

Bis Ende des Jahrzehnts müsse die Schiffbauindustrie mit einer weiter sinkenden Nachfrage rechnen, wurde Yoo von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Die schwachen Schifffahrtsmärkte hatten auch die drei grössten Werften getroffen. Hyundai Heavy Industries, Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering (DSME) und Samsung Heavy Industries legten eigene Rettungspläne vor. Nach Angaben der Regierung werden bei den drei Unternehmen bis 2018 etwa 20 000 Beschäftige entlassen. Zudem sollen ihre Kapazitäten durch die Reduzierung der Baudocks von derzeit 31 auf 24 gekappt werden.

Um die Schifffahrtindustrie zu normalisieren, will die Regierung den Firmen helfen, neue Schiffe - darunter Massengutfrachter und Container-Schiffe - zu ordern. Die Ankündigung erfolgte zwei Monate nach der Insolvenz der vormals grössten südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping. In Hamburg hatte die "Hanjin Europe" mehrere Wochen auf ihre Entladung gewartet. Die Zukunft des Unternehmens ist unklar./dg/DP/das

(AWP)