Südkoreas Konzerne geraten in Politskandal

In Südkorea zieht die Missbrauchsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye Medienberichten zufolge weitere Kreise in der Wirtschaft.
13.11.2016 07:25
In der U-Bahn von Seoul, Südkorea. Viele Bürger sind verärgert über die Missbrauchsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye.
In der U-Bahn von Seoul, Südkorea. Viele Bürger sind verärgert über die Missbrauchsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye.
Bild: cash

Die Ermittler hätten in Zusammenhang mit dem Fall die Chefs von einigen Großkonzernen befragt, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag. Darunter sollen auch die Verwaltungsratschef des Autobauers Hyundai und der Fluggesellschaft Korean Air Lines gewesen sein. Der Chef der Samsung Group und andere hochrangige Firmenvertreter sollen ebenfalls noch aussagen.

Die Ermittler gehen den Berichten zufolge der Frage nach, ob Park Druck auf die Konzernlenker ausgeübt hat, zwei Stiftungen zu unterstützen, die im Zentrum der Affäre um eine Freundin von ihr stehen. Die Freundin soll sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt und Einfluss in der Sport- und Kulturwelt ausgeübt haben. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Sprecher von Hyundai und Samsung Group wollten den Bericht nicht kommentieren. Von Korean Air Lines war eine Stellungnahme zunächst nicht zu erhalten.

Park seht massiv unter Druck. Am Samstag beteiligten sich in Seoul mehr als eine halbe Million Menschen an einer Protestdemonstration und forderten ihren Rücktritt. Im Zuge der Krise hat Park bereits mehrere ihrer engsten Berater verloren und zuletzt Ministerpräsident und Finanzminister ausgetauscht. Am Dienstag führte der Politskandal zu einer Razzia beim Elektronikkonzern Samsung. 

(Reuters)