Sunrise-Finanzchef bekräftigt Klagedrohung wegen 5G-Auktion

Der Telekomanbieter Sunrise bekräftigt im Vorfeld der anstehenden 5G-Auktion frühere Drohungen. "Nötigenfalls wehren wir uns mit einer Klage dagegen", sagte Finanzchef André Krause im Interview mit AWP. Diese Drohung steht nach entsprechenden Aussagen von Konzernchef Olaf Swantee vom Frühling im Raum. Die Auktion findet im kommenden Januar statt.
27.09.2018 12:03

Die Auktionsregeln führen laut dem Sunrise-Manager dazu, dass nur zwei der drei Anbieter eine Frequenzausstattung ersteigern können, die eine flächendeckende Versorgung ermögliche. "Das schädigt den Wettbewerb", so Krause.

Als "frustrierend" bezeichnete Krause auch den Entscheid einer vorberatenden Nationalratskommission, den Glasfaserzugang nicht regulieren zu wollen. Er erklärt sich diesen Entscheid mit einer "gefühlten Verantwortung" der Politik für den "Staatsbetrieb" Swisscom. "Ich weiss nicht genau, was die Politiker genau 'schützen' wollen", so der Finanzchef. Denn die Swisscom schrumpfe in der Schweiz und baue Stellen ab. Das Thema Glasfaserregulierung wird dieser Tage im Parlament diskutiert.

"Kommentieren Gerüchte nicht"

Nicht kommentieren wollte er die Gerüchte, wonach Sunrise und UPC über einen Zusammenschluss sprechen. "Unser Geschäftsmodell funktioniert, es gibt daher keinen Handlungsdruck", sagte er bloss. "Wenn ein Projekt auftaucht, das für Sunrise und die Aktionäre interessant ist, werden wir uns das selbstverständlich anschauen", fügte er immerhin an.

Die Gerüchteküche brodelt, seit der frühere UPC-Schweiz-Chef Eric Tveter von einer "sinnvollen Konsolidierung" gesprochen und ein ranghoher Manager des Mutterkonzerns Liberty Global Sunrise als möglichen Partner bezeichnet hatte.

Den aktuellen Erfolg von Sunrise erklärt sich Krause mit der Qualitätsstrategie. "Wachstum ist für uns wichtig, denn der Abstand zum Marktführer ist nach wie vor gross", betonte er. Dafür brauche es auch eine "gewisse Aggressivität".

Keine neuen Angaben mochte Krause machen, ob der Eintritt von Salt ins Internet- und TV-Geschäft Spuren hinterlassen hat. "Wir sehen den Markteintritt von Salt im Übrigen weiterhin primär als Chance", so der Finanzchef. Denn er könnte seiner Meinung nach die generelle Wechselbereitschaft der Kundschaft erhöhen.

(Das vollständige Interview ist auf dem Dienst AWP Premium zu lesen.)

rw/mk

(AWP)

 
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