Swatch- und Richemont-Aktien stark - Hoffnung auf Beilegung des Handelsstreits

Die Aktien der Uhren- und Schmuckkonzerne Swatch und Richemont sind am Montag mit steigenden Kursen in die neue Börsenwoche gestartet. Die Aussicht auf ein möglicherweise baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China geben den Papieren Auftrieb. Die Kauflust chinesischer Konsumenten ist für die Luxusgüterbranche entscheidend, wenn es um den Erfolg geht.
25.02.2019 10:34

Nebst der Entspannung im Handelsstreit dürften Swatch und Richemont auch von einer Höherstufung des Luxusgütersektors durch die UBS auf "Overweight" profitieren, wie es im Handel heisst. Die Inhaberaktien der Swatch Group rücken bis um 10 Uhr um 2,7 Prozent auf 291,80 Franken vor, während Richemont 2,5 Prozent auf 76,18 Franken gewinnen. Der Gesamtmarkt avanciert gemessen am SMI mit 0,2 Prozent.

China ist für Swatch und Richemont der wichtigste Absatzmarkt. Schätzungen zufolge erzielen die Bieler rund die Hälfte ihres Umsatzes mit chinesischen Kunden, beim Genfer Luxusgüterkonzern dürften es an die 40 Prozent sein. Chinesen kaufen Schmuck und Uhren nicht nur im eigenen Land, sondern vor allem auch auf Reisen durch Europa oder ins Shopping-Mekka Hongkong. Das Label Swiss Made geniesst dabei einen hohen Stellenwert.

Alles was die Kauflust der Chinesen belasten könnte, ist somit gleichzeig ein Risiko für Schweizer Uhrenhersteller. Analysten und Händler sehen den Handelsstreit zwischen den USA und China als ein solches. Derzeit führen die beiden Parteien Gespräche, um den Streit beizulegen. Das angekündigte Treffen Donald Trumps mit seinem chinesischen Amtskollegen im März spreche dafür, dass es beide Seiten jetzt wirklich ernst meinten, hofft ein Händler.

Denn die Zeit drängt: Die USA haben bis am 1. März eine Frist gesetzt. Bis dahin soll geprüft werden, ob allenfalls Zölle auf ausgewählten chinesischen Importwarten erhöht werden. Immerhin hätten die Fortschritte in den Gesprächen Donald Trump dazu bewogen, die Frist für die Zollerhöhung allenfalls nach hinten zu schieben, sieht ein Händler Anzeigen einer Entspannung.

Allgemein bleibt die Lage für die Uhrenbranche jedoch angespannt. René Weber von der Bank Vontobel geht in seinem jüngsten Bericht davon aus, dass sich das Wachstum der Uhrenexporte im laufenden Jahr weiter abschwächen dürfte. Die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr liege für die ersten Monate des Jahres auf einem hohen Niveau.

Für die Swatch Group belässt Weber seine Einschätzung auf "Hold". Der Aktie fehlten positive Impulsgeber, glaubt er. Im Gegensatz dazu könne das hochmargige Schmuckgeschäft von Richemont weiterhin stark zulegen, und auch im Uhrensegment sei für die teuren Produkte Besserung in Sicht. Die Richemont-Aktie wird von der Bank Vontobel denn auch weiterhin "Kauf" empfohlen.

mk/uh

(AWP)

 

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