Swisscom gibt ab April Daten an Werbeallianz Admeira weiter

Ab dem 1. April gibt die Swisscom anonymisierte Kundendaten an die Werbeplattform Admeira weiter, welche sie zusammen mit Ringier und der SRG unterhält. Kunden können der Nutzung ihrer Daten aber widersprechen.
08.03.2017 16:38

Auf dieses Recht macht Swisscom in einer neuen Datenschutzerklärung aufmerksam, die sie in diesen Tagen an Millionen Festnetzkunden versendet. Darin wird erläutert, dass Privatkunden jederzeit die Möglichkeit haben, gegen die Bearbeitung der Daten zu Marketingzwecken oder den Empfang von Werbung Widerspruch einzulegen. War dies früher nur per Hotline möglich, klappt es neu auch mit wenigen Klicks im Online-Kundencenter.

Swisscom betont, dass sie nur anonymisierte Angaben zum Geschlecht, zur Altersgruppe und zur Wohnregion an Admeira weitergibt. "Es ist kein Rückschluss auf die Person möglich", sagte Swisscom-Sprecherin Annina Merk dazu am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Widerspruchsmöglichkeit - das sogenannte Opt-out - steht der Kundschaft heute schon offen.

Ab Sommer 2017 plant der Telekomkonzern zudem eine "weitergehende Nutzung von Daten", wie aus einem Informationsdokument im Online-Kundencenter hervorgeht. Laut Merk handelt es sich dabei zum Beispiel um Angaben zur Produktenutzung. Diesen Plänen müssen Kundinnen und Kunden aber explizit zustimmen. Die Swisscom werde ihre Kunden vorab informieren und deren Einwilligung einholen, sagte Merk.

Admeira, das Joint Venture der staatsnahen Unternehmen Swisscom und SRG mit dem Verlagshaus Ringier, war im April 2016 gestartet. Nicht beteiligte Medienhäuser und der Verlegerverband VSM sehen in der Werbeallianz eine Wettbewerbsverzerrung und wollen gerichtlich dagegen vorgehen.

AUSFÜHRLICHERE INFORMATION

Mit der neu erarbeiteten Datenschutzerklärung will Swisscom dem Thema Datenschutz "mehr Gewicht verleihen", wie Merk weiter sagte. "Es geht darum, die Kunden transparent zu informieren." Statt einem kurzen Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) wird nun ausführlich erklärt, was der Telekomriese mit den Kundendaten tun darf. Weitere Informationen finden sich im Online-Kundencenter.

Die Datenschutzerklärung entspricht gemäss der Swisscom-Sprecherin den gesetzlichen Grundlagen. Bei der Erarbeitung habe man den Rat des Büros des Eidg. Datenschützers eingeholt.

Mit der neuen Datenschutzerklärung werden für Festnetzkunden von Swisscom (Telefonie, Internet, Swisscom TV) sowie für Nutzer von Festnetz-Dienstleistungen von M-Budget und Wingo auch die AGB angepasst. Wann Mobile-Kunden folgen sollen, ist noch offen. Die Geschäftsbedingungen treten 30 Tage nach Erhalt des Briefes in Kraft, auch wenn die Kunden nicht reagieren.

Bisher habe es nur wenige Kundenreaktionen zu den neuen AGB und der Datenschutzerklärung gegeben. "Das meiste waren Verständnisfragen", sagte Swisscom-Sprecherin Merk weiter.

(AWP)