Swissmem zu Brexit: Wettbewerbsfähigkeit der Metallbranche unter Druck

Zürich (awp/sda) - Der Branchenverband Swissmem nimmt das Resultat der Volksabstimmung über den Austritt Grossbritanniens aus der EU besorgt zur Kenntnis. Der zu erwartende Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken werde die Wettbewerbsfähigkeit der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) verschlechtern, befürchtet er.
24.06.2016 11:05

Für Grossbritannien, die EU und auch die Schweiz breche mit dem Brexit eine neue Phase der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit an, schreibt Swissmem in einer Mitteilung vom Freitag. Die unmittelbare Folge sei ein zurzeit erheblicher Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken gegenüber dem Euro und dem Pfund.

Ein erneutes Erstarken des Schweizer Frankens verschlechtere direkt die Wettbewerbsfähigkeit der MEM-Industrie in ihrem wichtigsten Markt. Je länger der Aufwertungsdruck anhalte, desto nachteiliger werde es für die MEM-Branche, ist der Verband überzeugt. Damit sei die für dieses Jahr erhoffte Erholung in Frage gestellt.

Der Branchenverband erwartet deshalb, dass die Schweizerische Nationalbank alle ihre zur Verfügung stehenden Instrumente einsetzt, um dem aktuellen Aufwertungsdruck entgegen zu wirken.

Neben diesem Währungseffekt befürchtet Swissmem auch einen konjunkturellen Effekt. Der Brexit dürfte sich negativ auf das Investitionsverhalten der britischen Wirtschaft auswirken und damit die Nachfrage nach Schweizer Exportgütern schwächen, befürchtet Swissmem.

Das Exportvolumen der Schweizer MEM-Industrie nach Grossbritannien betrug im vergangenen Jahr 2,5 Mrd CHF. Damit ist Grossbritannien die sechstgrösste Exportdestination der MEM-Industrie.

(AWP)