Syrische Regierungsdelegation in Genf macht Opposition Vorwürfe

Genf (awp/sda/afp) - Die syrische Regierungsdelegation bei den Friedensgesprächen in Genf hat der Opposition schwere Vorwürfe gemacht. Durch ihre verspätete Anreise habe die Delegation des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) den Beginn der Konferenz hinausgezögert, das sei ein "Zeichen" für mangelnde Ernsthaftigkeit, sagte der Leiter der Regierungsdelegation, Syriens UNO-Botschafter Baschar al-Dschaafari, am Sonntag in Genf.
31.01.2016 17:52

Die Oppositionsvertreter des HNC waren nach langem Zögern am Samstagabend in der Schweiz eingetroffen. Ohne einen "ernsthaften Willen zu verhandeln und zu arbeiten" könne eine Lösung des Konflikts nicht gelingen, sagte Dschaafari. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad wolle "das Leiden des syrischen Volkes beenden".

"Wir sind bereit zu arbeiten und eine Lösung zu finden", sagte der Diplomat. Vorbedingungen für die Gespräche erteilte Dschaafari zugleich eine Absage.

Das Oppositionsbündnis HNC hatte ein Ende der Luftangriffe auf Zivilisten sowie der Belagerung syrischer Orte durch Regierungstruppen verlangt. Dies war auch ein Grund, weshalb die HNC-Delegation ihre Teilnahme an den Gesprächen zuvor tagelang offen gelassen hatte.

Dschaafari nannte die HNC-Delegation "unglaubwürdig". Es gebe keine vollständige Liste ihrer Delegierten. "Wir wissen nicht, wer an den Gesprächen teilnimmt", selbst der UNO-Vermittler Staffan de Mistura wisse dies nicht. Seine Regierung werde keine Verhandlungen mit "Terroristen" führen.

Als "Terroristen" bezeichnet Damaskus pauschal die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfenden Rebellen- und Islamistengruppen, darunter auch die zum HNC gehörende Dschaisch al-Islam (Armee des Islam).

(AWP)