Tamoil legt Sanierungsprojekt für Raffinerie Collombey vor

(Meldung durchgehend ergänzt, neu insbesondere Details zur Sanierung sowie zu den Verhandlungen über Garantien)
30.09.2016 13:40

Sitten (awp/sda) - Tamoil wird auf dem Gelände seiner stillgelegten Raffinerie in Collombey VS die am stärksten verschmutzen Flächen sanieren. Ein entsprechendes Sanierungsprojekt hat das Unternehmen dem Kantons Wallis zur Prüfung vorgelegt.

Auf dem Gelände der ehemaligen Raffinerie sind fünf Flächen derart verschmutzt, dass eine Gefahr für das Grundwasser besteht. Mit den Massnahmen soll die Qualität des Grundwassers wiederhergestellt werden, wie der Kanton Wallis am Freitag mitteilte.

Der Kanton hatte von der Tamoil SA bis Ende September ein Sanierungsprojekt verlangt, das nun fristgerecht bei der Dienststelle für Umweltschutz (DUS) einging. Das Konzept sieht vor, die Schadstoffe vor Ort zu extrahieren oder deren biologischen Abbau zu aktivieren, wie der Kanton schreibt.

Eine Ausgrabung soll nicht durchgeführt werden. Es sei nicht das Ziel die Verschmutzung zu beheben, sondern lediglich die Gefahr, die davon ausgehe, zu bannen, sagte Yves Degoumois, Sektionschef Altlasten des Kantons Wallis auf Anfrage.

Die DUS wird nun mithilfe von externen Fachleuten die vorgeschlagenen Massnahmen auf deren Wirksamkeit prüfen. Konkret muss das Projekt etwa auch über den Zeithorizont der Sanierung und die verbleibenden Restgefährdungen Aufschluss geben. Nach der Prüfung wird die DUS per Verfügung über die Ziele, die technischen Modalitäten und die Ausführungsfristen für die Sanierung entscheiden.

VERHANDLUNGEN LAUFEN NOCH

Gleichzeitig verhandelt der Kanton mit Tamoil über finanzielle Garantien für die Sanierung. Das Unternehmen hatte sich bis vor Bundesgericht dagegen gewehrt.

Das Bundesgericht verneinte im Juli die aufschiebende Wirkung der Beschwerde, hat aber materiell noch nicht entschieden. Laut Degoumois dürfte es für Tamoil schwierig werden, ohne Abgabe von finanziellen Garantien das Gelände zu verkaufen.

Das Unternehmen hatte den Betrieb der Raffinerie in Collombey-Muraz im März 2015 eingestellt. Für die 257 Beschäftigten des Unterwalliser Standorts kam ein Sozialplan zum Einsatz.

mk

(AWP)