Teheran wertet Putins Besuch als Niederlage der US-Politik

Der Iran sieht im Teheran-Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin an diesem Mittwoch eine Niederlage der iranfeindlichen amerikanischen Politik. Präsident Hassan Ruhani empfängt Putin und seinen aserbaidschanischen Kollegen Ilham Aliyev zu politischen und wirtschaftlichen Gesprächen. Das Gipfeltreffen zeige, dass die regionale Zusammenarbeit keine Zustimmung der USA brauche. "Keiner achtet auf die Rhetorik der Amerikaner" gegen den Iran, sagte Vizeaussenminister Ebrahim Rahimpur am Dienstag.
31.10.2017 10:13

Bei Putins Besuch geht es laut Rahimpur auch um die Zusammenarbeit des Irans mit Russland im Syrienkonflikt. Dort unterstützen Teheran und Moskau den syrischen Machthaber Baschar al-Assad und bekämpfen gemeinsam die Terrormiliz Islamischer Staat. Beide Länder sind weiterhin für Neuwahlen in Syrien, jedoch mit Assads Beteiligung.

Ausserdem rechnet der Iran mit einer klaren Ansage Putins zu dem Wiener Atomabkommen von 2015. US-Präsident Donald Trump hatte vor zwei Wochen dem Iran die Bestätigung der Einhaltung der Vereinbarung verweigert und mit einem härteren Kurs gedroht. Auch die Annullierung des Deals zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland wollte er nicht ausschliessen.

Im Wirtschaftsbereich gehe es beim Teheraner Treffen in erste Linie um "neue Handelskorridore", sagte Rahimpur der Nachrichtenagentur ISNA. Der Iran könnte über das Schwarze Meer Zugang zu europäischen Märkten bekommen, Russland und Aserbaidschan über den Persischen Golf Zugang zu arabischen Märkten. Auch der Ausbau der Bankbeziehungen und des Tourismus sowie Erleichterung der Zollkontrollen sollen besprochen werden./str/fmb/DP/zb

(AWP)