Telekommunikation - Salt-Besitzer will ganz lange am Unternehmen festhalten

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern will Salt-Besitzer Xavier Niel offenbar ganz lange am Unternehmen festhalten.
27.03.2017 13:13
Werbekampagne für neuen Markenauftritt.
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Bild: cash

Der französische Telekomunternehmer habe überhaupt keine Absichten, Salt zu verkaufen, sagte Salt-Chef Andreas Schönenberger. "Seine persönliche Holding wird noch in 100 Jahren Aktionärin von Salt sein", sagte Schönenberger in einem Interview mit der Westschweizer Wirtschaftszeitung "L'Agefi" vom Montag. Niel hatte das Mobilfunkunternehmen am 23. April 2015 für 2,8 Mrd CHF gekauft.

Seither haben seine Führungskräfte die Kosten massiv gedrückt, womit Salt in die Gewinnzone zurückkehrte. Unter dem Strich erzielte die Salt-Muttergesellschaft Matterhorn Telecom Holdings 2016 einen Reingewinn von 98,1 Mio CHF. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen happigen Verlust von 100,6 Mio CHF erlitten.

Lockerung beim Strahlenschutz

Wie bereits seine Konkurrenten Swisscom und Sunrise forderte Schönenberger erneut eine Lockerung der Strahlenschutzgrenzwerte (NISV) für Handyantennen, die in der Schweiz zehnmal strenger sind als in der EU. Eine Lockerung war allerdings im letzten Jahr im Parlament ganz knapp gescheitert. Damit wird ein Ausbau der Handynetzes gebremst.

Die Politiker müssten so schnell wie möglich handeln. Denn das Datenvolumen auf den Handynetzen verdopple sich in der Schweiz angetrieben vom Videokonsum der Nutzer jedes Jahr. Das Problem werde sich nicht auf wunderbare Weise von selber lösen. Die Nachfrage werde weiter steigen.

Man könne das Problem nicht beseitigen, indem man den Status Quo erhalte. "Die Vogel-Strauss-Politik wird nicht von Erfolg gekrönt sein", sagte Schönenberger. Eine sehr gute Mobilfunkinfrastruktur sei entscheidend für die Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft.

(AWP)