Tesla-Musk soll vor Senatsausschuss aussagen

Wegen des tödlichen Unfalls mit einem selbstfahrenden PKW des Elektroauto-Herstellers Tesla soll Firmenchef Elon Musk nun vor einem Ausschuss des US-Senats erscheinen.
15.07.2016 07:28
Elon Musk, CEO von Tesla, steht derzeit unter Druck.
Elon Musk, CEO von Tesla, steht derzeit unter Druck.
Bild: Bloomberg

Senator John Thune aus South Dakota, Vorsitzender des Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Transport, forderte Musk in einem Brief auf, den Ausschuss am 29. Juli über den Unfall und die Reaktion des Unternehmens darauf zu informieren.

Eine Tesla-Sprecherin sagte, sie kenne den Brief nicht und könne keinen Kommentar dazu abgeben. In den USA war im Mai ein Mann gestorben, als sein vom Autopilot gesteuerter Tesla vom Typ Model S mit einem Laster kollidiert war.

Autopilot war bei einem der jüngsten Unfälle doch aus

Tesla scheint einen Unfall weniger mit seinem umstrittenen Fahrassistenten "Autopilot" gehabt zu haben als zuletzt gedacht. Bei einem Unfall im Bundesstaat Pennsylvania sei das System den Log-Dateien aus dem Fahrzeug zufolge ausgeschaltet gewesen, schrieb Tesla-Chef Elon Musk in der Nacht zum Freitag bei Twitter. "Mehr noch, der Crash hätte sich nicht ereignet, wenn es eingeschaltet gewesen wäre", erklärte er.

Der Fahrer des Elektroautos hatte der Polizei nach bisherigen Informationen gesagt, er sei am 1. Juli mit "Autopilot" unterwegs gewesen, als der Wagen von der Strasse abkam und sich überschlug. Tesla hatte zunächst erklärt, man könne diese Behauptung nicht überprüfen - das Auto habe dazu per Funk keine Daten übermittelt, möglicherweise, weil beim Unfall die Antenne beschädigt gewesen sein.

Dann habe Tesla den Besitzer des Wagens zunächst nicht erreichen können, um die Log-Daten direkt aus dem Wagen auszuwerten. Nach Musks kurzem Tweet blieb nun allerdings auch offen, ob "Autopilot" eventuell vor dem Unfall noch eingeschaltet gewesen sein könnte.

Nach dem tödlichen Crash Anfang Mai in Florida, bei dem ein vom Computer gesteuerter Tesla unter einen querenden Lastwagen-Anhänger raste, wird das System von US-Behörden untersucht. Jeder neue mutmassliche Unfall mit "Autopilot" zieht dadurch viel Aufmerksamkeit an. Zuletzt bestätigte Tesla, dass am vergangenen Wochenende ein per Lenkassistent gesteuerter Wagen nach Mitternacht von einer Bergstrasse abkam. Tesla betonte, das seinen nicht die Bedingungen, unter denen der "Autopilot"-Assistent derzeit eingesetzt werden sollte.

(AWP/SDA)