Thyssenkrupp untersucht umstrittenes U-Boot-Geschäft mit Israel

ESSEN (awp international) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat eine eigene Untersuchung des umstrittenen U-Boot-Geschäfts mit Israel eingeleitet. "Wir machen jetzt das, was wir im Rahmen unserer Prozesse immer machen, wenn wir Hinweise auf Unregelmässigkeiten bekommen: Wir gehen diesen vollumfänglich nach und klären den Sachverhalt auf", sagte der für Recht und ordnungsgemässe Unternehmensführung zuständige Vorstand Donatus Kaufmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).
22.11.2016 09:03

Wegen des geplanten angeblich rund 1,5 Milliarden Euro schweren Kaufs von drei deutschen U-Booten steht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seit Tagen unter heftigem Beschuss. Er soll das teure Geschäft gegen den ausdrücklichen Widerstand des Verteidigungsministeriums vorangetrieben haben. Im Raum steht der Vorwurf der Vetternwirtschaft. Der persönliche Rechtsberater von Netanjahu, David Schimron, soll als Anwalt nämlich auch den israelischen Vertriebsvermittler der Marinesparte von Thyssenkrupp vertreten. Netanjahus Büro und Schimron weisen die Vorwürfe zurück.

Im Zentrum der internen Ermittlungen von Thyssenkrupp steht der eigene Vertriebsvermittler. Er hätte die Einschaltung eines Unterauftragnehmers bei der Einwerbung von Aufträgen nach den konzerninternen Regeln von der Essener Zentrale genehmigen lassen müssen. "Das ist nicht geschehen", sagte Kaufmann. Alles andere wisse der Konzern auch nur aus den Medien und könne das nicht weiter kommentieren./enl/stw/zb

(AWP)