Tillerson: Kampf gegen IS hat Vorrang für USA - Gemischte Signale zu Syrien

Nach dem US-Militärschlag gegen einen syrischen Luftwaffenstützpunkt zeichnet sich keine klare Linie im Syrien-Kurs der Regierung von Donald Trump ab. US-Aussenminister Rex Tillerson betonte in einem Interview des Senders CBS, dass der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die USA Vorrang habe, bevor man sich dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zuwende.
09.04.2017 15:46

Die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley, sagte dem Sender CNN, Assad von der Macht zu entfernen, sei "eine" von mehreren Prioritäten. Die USA sähen keine politische Lösung in Syrien mit ihm.

Die USA hatten den Stützpunkt als Strafmassnahme für einen mutmasslichen Giftgaseinsatz Assads am 4. April mit mehr als 80 Toten angegriffen. Die Interviews wurden vor ihrer Ausstrahlung am Sonntag aufgezeichnet und in Auszügen vorab veröffentlicht.

Tillerson sagte auf die Frage nach möglichen weiteren Interventionen, wenn sich Assad erneut nach US-Auffassung "moralisch verwerflich" verhalte: "Wir glauben, dass die erste Priorität der Sieg über den IS ist (...). Wenn die IS-Bedrohung verringert oder ausgeschaltet worden ist, dann, glaube ich, können wir unsere Aufmerksamkeit direkt der Stabilisierung der Lage in Syrien zuwenden."

Haley sagt: "Assad wegzubekommen ist nicht die einzige Priorität. Was wir tun, ist offensichtlich, den IS zu besiegen. Zweitens, wir sehen kein friedliches Syrien mit Assad dort."/ch/DP/he

(AWP)