Toshiba drohen wohl noch höhere Verluste im US-Atomgeschäft

Die Aktie des japanischen Technologiekonzern Toshiba ist nach Berichten über noch höhere Verluste in seinem Atomgeschäft in den USA eingebrochen. Sie verlor am Donnerstag zwischenzeitlich mehr als ein Viertel an Wert und ging am Ende in Tokio mit einem Minus von 16 Prozent aus dem Handel. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, könnten sich die notwendigen Wertberichtigungen auf rund 700 Milliarden Yen (5,8 Mrd Euro) belaufen. Ende Dezember war der Konzern noch von bis zu 500 Milliarden Yen ausgegangen. Angeblich hat sich Toshiba gezwungen gesehen, die staatliche Entwicklungsbank von Japan um Finanzhilfe zu bitten. Ein Unternehmens-Sprecher wollte sich dazu nicht äussern.
19.01.2017 09:57

Toshiba hatte eine teure Wette auf die Kernkraft abgeschlossen, als die Japaner 2006 für 5,4 Milliarden Dollar den US-Anbieter Westinghouse schluckten und zum Branchenprimus noch vor der staatlich kontrollierten französischen Areva aufstiegen. Doch das Atomgeschäft schwächelt, die Japaner haben Probleme, Aufträge für neue Kraftwerke an Land zu ziehen. Seit der Atomkatastrophe von 2011 in Fukushima nicht nur in der japanischen Heimat, sondern auch in Übersee.

Toshiba hatte das vergangene Geschäftsjahr, das am 31. März 2016 endete, in Folge einer radikalen Sanierung nach einem Bilanzskandal mit einem gewaltigen Verlust von 460 Milliarden Yen abgeschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Toshiba zwar dank robuster Nachfrage nach Halbleitern mit der Rückkehr in die Gewinnzone. Doch die drohenden Verluste im US-Atomgeschäft könnten dies durchkreuzen./ln/DP/stb

(AWP)