TPP-Abkommen soll ohne USA gerettet werden

Nach dem Nein von US-Präsident Donald Trump zum weltweit grössten Freihandelsabkommen TPP wollen die verbleibenden elf Staaten das Abkommen alleine fortführen. Wie Neuseelands Wirtschaftsminister Todd McClay nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Hanoi mitteilte, wolle man damit gemeinsam die regionale ökonomische Zusammenarbeit stärken. "Dieses Ergebnis ist besser, als wir erhofft hatten", sagte McClay am Sonntag. Es gehe um mehr Wachstum und um "das Schaffen neuer Möglichkeiten für Arbeiter, Familien, Bauern, Geschäftsleute und Verbraucher".
21.05.2017 16:48

Zuvor hiess es, ohne die USA sei die Transpazifische Partnerschaft (TPP) tot. Der Vertrag war im Februar 2016 in Auckland unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft getreten. Die Details des "TPP-minus-USA-Abkommens" werden nun ausgearbeitet, bis zum Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im November in Vietnam soll es Klarheit geben. Dort werden die elf Staats- und Regierungschefs der verbleibenden TPP-Staaten erwartet, der Apec gehören insgesamt 21 Staaten an - neben den USA auch China und Russland.

Die USA wollen vor allem auf bilaterale Abkommen setzen, da Trump meint, die USA würden bei grösseren Abkommen Jobs in der Heimat verlieren. China strebt ein eigenes, weniger ambitioniertes Handelsabkommen mit Staaten der Pazifikregion an.

TPP sollte die grösste Freihandelszone der Welt werden, ohne die USA verbleiben Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam. In den verbleibenden Mitgliedsländern leben mehr als 500 Millionen Menschen.

Die Länder wollen Zollbarrieren abschaffen und gemeinsame Standards für Arbeiter- und Umweltschutz festlegen. TPP war ein Prestigeprojekt von Trumps Vorgänger Barack Obama und sollte aus seiner Sicht ein Bollwerk gegen den Einfluss Chinas im Asien-Pazifik-Raum werden./ir/DP/das

(AWP)