Zwar gab Sri Lanka keine genauen Gründe für die Verschiebung der Ankunft des Schiffes an. Doch werden dahinter Sicherheitsbedenken Indiens vermutet. Die indische Regierung hatte Bedenken geäussert, dass das Überwachungsschiff angesichts der Nähe Sri Lankas zum indischen Festland militärische Einrichtungen ausspionieren könnte. Das Aussenministerium in Colombo versicherte jedoch, das chinesische Schiff werde nur zum Verladen von Vorräten in Sri Lanka anlegen.

Indien hat dem in einer schweren Wirtschaftskrise steckenden Nachbarstaat Sri Lanka umfangreiche Hilfe bereitgestellt, darunter Lebensmittel, Treibstoff, Medikamente und Gas zum Kochen. Zugleich aber ist Sri Lanka darauf angewiesen, dass China als einer der grössten Kreditgeber des Landes einer Umstrukturierung der Kredite zustimmt. Dies gilt als eine Bedingung für ein von Sri Lanka erhofftes Rettungsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF).

China hat Sri Lanka Milliarden für Entwicklungsprojekte geliehen, die für den kleinen, aber strategisch wichtigen Inselstaat im Indischen Ozean nach Ansicht von Kritikern jedoch teils nur von geringem Nutzen sind. Dazu wird der Hafen Hambantota gezählt, den Sri Lanka 2017 an China verpachtete, weil es seine Schulden nicht zurückzahlen konnte. Indien befürchtet laut Medienberichten, dass der Hafen von Hambantota Peking künftig als eine Militärbasis dienen könnte. Er liegt in der Nähe der wichtigsten Schifffahrtsrouten von Asien nach Europa.

(AWP)