Trump erwägt Wiedereinführung von Gesetz zur Bankentrennung

US-Präsident Donald Trump hat Anleger mit Aussagen zur Bankenregulierung aufgeschreckt. Der US-Präsident sagte am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg, er ziehe aktiv die Wiedereinführung eines Gesetzes zur Trennung zentraler Geschäftsbereiche von Grossbanken in Betracht. "Wir beschäftigen uns derzeit damit", so Trump.
01.05.2017 20:34

Für die Geldhäuser könnte eine solche Regelung bedeuten, die Kreditvergabe an Privatkunden und das Investmentbanking nicht mehr unter einem Dach betreiben zu dürfen. Obwohl Trump vage blieb und keinerlei Details zu den Überlegungen seiner Regierung nannte, kam es an den Finanzmärkten vorübergehend zu spürbaren Kursverlusten.

Trump hatte sich bereits zuvor für eine neue Version des sogenannten Glass-Steagall-Gesetzes ausgesprochen, das im Zuge der grossen Wirtschaftskrise der 1930er Jahre eingeführt und 1999 wieder abgeschafft worden war. Für grosse US-Banken wie JPMorgan Chase, Citigroup oder Bank of America könnte ein neues Trenngesetz tiefe Einschnitte ins Geschäftsmodell verursachen.

Zuletzt hatten sich auch Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn und sein Finanzminister Steven Mnuchin schon offen für eine entsprechende Bankenregulierung gezeigt und so die Nervosität in der Finanzwelt erhöht. Bislang ist allerdings völlig offen, wie eine Neuauflage des Gesetzes konkret aussehen könnte und welche Priorität die Trump-Regierung dem Thema beimisst./hbr/DP/he

(AWP)