Trump startet Asienreise mit Betonung militärischer Stärke

Zum Auftakt seiner Asienreise hat US-Präsident Donald Trump vor dem Hintergrund der Koreakrise ausdrücklich die Stärke des US-Militärs in der Region betont. Die USA könnten allen Bedrohungen in dieser Weltgegend entgegentreten, sagte Trump. Er nannte Nordkorea oder dessen Anführer, seinen Gegenspieler Kim Jong-Un, nicht beim Namen.
05.11.2017 11:57

Zu Beginn seiner insgesamt fast zweiwöchigen Asienreise traf der US-Präsident am Sonntag in Japan ein. Am Vormittag (Ortszeit) landete die Air Force One auf dem US-Militärstützpunkt Yokota in der Nähe von Tokio.

"Es gibt keinen besseren Platz, diese Reise zu beginnen, als genau hier, beim amerikanischen Militär", sagte Trump. "Wir stehen dankbar an Eurer Seite, die Ihr unseren Weg zu leben verteidigt." Solange er Präsident sei, werde das Militär immer die nötigen Ressourcen haben, "um zu kämpfen, Gegner zu bezwingen und immer, immer zu gewinnen".

Viele Länder der Region Asien-Pazifik gediehen auch deswegen so gut, sagte Trump, weil das US-Militär so viele Opfer gebracht habe. "Dank Euch wird der Frieden vorankommen", fügte er hinzu.

Angst vor Rückzug der USA

Eines der zentralen Themen während Trumps Reise wird der brandgefährliche Konflikt mit Nordkorea wegen dessen Raketen- und Atomprogramms sein. In seiner patriotisch gehaltenen, aber vergleichsweise moderaten ersten Rede in Japan sprach der US-Präsident auch die Themen Handel und offene Seewege an - beide werden seine gesamte Reise mitbestimmen.

Es ist Trumps dritte grosse Auslandsreise. Die erste führte ihn nach Nahost, die zweite nach Europa, die dritte nun nach Asien. Die Rolle der USA in der Region steht in Frage. Trumps lautes Auftreten und seine tiefe Abneigung gegen internationale Abkommen haben bei Partnern in der Region Sorgen geweckt.

Dem will die US-Regierung mit dieser Reise entgegentreten. Sie will betonen, wie wichtig ihr die Region Asien-Pazifik ist, in der gleichwohl China immer stärker auftritt. Seine Asienreise wird Trump von Japan aus weiter nach Seoul führen, dann nach China, Vietnam und auf die Philippinen. Er nimmt auch an drei Gipfeltreffen teil.

Hamburger und Golfpartie

Am Montag wird Trump auch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio über Nordkorea sprechen. Die beiden trafen sich am Sonntag zum Mittagessen - es gab Hamburger - und spielten anschliessend Golf. Weisse Golfmützen trugen ihre Namenszüge.

Am Montag wird Trump vor seinen formellen Gesprächen mit Abe auch mit Kaiser Akihito zusammentreffen. Rund 21'000 Polizisten sind zur Sicherheit während Trumps Besuch in Tokio und Umgebung im Einsatz.

"Japan ist ein geschätzter Partner und wichtiger Alliierter, wir danken für ihre Freundschaft", sagte Trump. Allerdings soll er nach Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo vor der Reise Unverständnis für Tokios Reaktion auf zwei jüngste Raketentests durch Nordkorea geäussert haben. Er könne nicht verstehen, warum ein Land von Samurai-Kriegern die Raketen nicht abschoss, wird er zitiert.

Treffen mit Putin erwartet

Trump, der in einer Rede vor den Vereinten Nationen Nordkorea kürzlich noch mit totaler Zerstörung gedroht hatte, fand auf dem Flug in die Region plötzlich freundliche Worte für das kommunistisch Land: "Ich glaube, sie sind grossartige Leute. Sie sind fleissig, sie sind herzlich, viel herzlicher als die Welt tatsächlich weiss oder versteht."

Trump erwartet während seiner Reise auch ein Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. "Ich denke, es wird erwartet, dass wir uns mit Putin treffen, yeah", sagte Trump am Sonntag auf der Reise nach Tokio an Bord der Air Force One mitreisenden Reportern.

"Wir wollen, dass Putin mit Nordkorea hilft, und wir werden eine Reihe verschiedener Anführer treffen", sagte Trump. Die beiden Präsidenten hatten sich zuletzt am Rande des G20-Gipfels in Hamburg getroffen.

(AWP)