Hügli meint

Trump verunsichert die MärkteJetzt an der Börse Cash bereithalten

Die Polit-Affären des US-Präsidenten Donald Trump setzen die Aktienmärkte unter Druck. Wie Anleger sich jetzt verhalten sollten.
18.05.2017 11:19
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Bild: Geri Born

Viele grosse Aktienindizes der Welt, darunter der US-Leitindex Dow Jones oder der EuroStoxx50, erlitten am Mittwoch den grössten Tagesverlust seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump im letzten November. Nun ist also der gleiche Mann für eine Korrektur verantwortlich, der seit seinem Amtsantritt die Börsen heiss laufen liess. Eine Überraschung ist das nicht.

Die Börsen dürften ihre Korrektur noch nicht abgeschlossen haben. Zweifel an einer baldigen Umsetzung der Steuersenkungs- und Investitionspläne von Trump werden seit Wochen grösser. Und an den Märkten wächst nun auch die Skepsis an der politischen Handlungsfähigkeit der US- Regierung.  Der ungewisse Ausgang von Trumps zahlreichen Polit-Affären kann dazu führen, dass Anleger mehr und mehr zu Gewinnmitnahmen schreiten und eine Abwärtsspirale beschleunigen.

Mildere Börsenrückschläge sind zu erwarten, wenn die jüngsten Wirren in der US-Politik die ambitionierten Vorhaben von Donald Trump nur verzögern. Rückschläge grösseren Ausmasses drohen aber bei einer Nicht-Umsetzung von Trumps Plänen. Wir sprechen dann von einer Korrektur von 20 Prozent und mehr. Dieses Szenario träte wohl aber nur ein, sollte Trump als Präsident zurücktreten - aus welchen (noch unbekannten) Gründen auch immer. Oder sollten andere geopolitische Ereignisse mitspielen.

Wie sollen sich Anleger in solchen Situationen verhalten? Jetzt ein wenig Gewinne bei gut gelaufenen Aktien realisieren - vielleicht. Bei einer allenfalls noch aufkommenden Marktpanik müssen sich die Anleger vor allem aber der konjunkturellen Grosswetterlage bewusst sein: Die US-Wirtschaft, noch immer Haupttreiber der Weltwirtschaft, befand sich schon vor der Amtsübernahme von Donald Trump in erheblich verbesserter Verfassung. US-Unternehmen verzeichneten in den ersten drei Monaten in diesem Jahr den höchsten Gewinnzuwachs seit dem dritten Quartal 2011. Solche Rahmenbedingungen sprechen gegen einen Absturz der Börsen.

Dazu kommt auch dies: Institutionelle Anleger haben sich in den letzten Monaten wegen der hohen Aktienbewertungen mit Börsenengagements zurückgehalten. Sie sitzen auf unglaublich hohen Cash-Beständen und warten ungeduldig auf eine Börsenkorrektur, um bei tieferen Kursen investieren zu können. Sie werden dies auch tun und somit gefallenen Kursen neues Leben einhauchen. Privatanleger sollten das gleiche tun. Liquide Mittel bereit halten, bei guter Gelegenheit tiefer bewertete Aktien kaufen und sich immer die Börsenweisheit vor Augen halten: Den "richtigen" Einstiegszeitpunkt gibt es nicht.