Trump will grösster Job-Beschaffer aller Zeiten werden

Der künftige US-Präsident Donald Trump will seine angekündigte Linie in der Wirtschaftspolitik durchziehen und stellt den stärksten Jobaufbau aller Zeiten in Aussicht.
11.01.2017 20:44
Sein eigenes Firmenimperium will Trump an seine beiden Söhne übertragen.
Sein eigenes Firmenimperium will Trump an seine beiden Söhne übertragen.

"Wir werden der grösste Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat", sagte Trump am Mittwoch in New York auf seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl Anfang November. "Daran glaube ich, das versichere ich Ihnen." Man brauche zwar etwas Glück, er sei aber zuversichtlich, sagte Trump.

Er kritisierte bei dem von den Märkten mit Spannung erwarteten Auftritt scharf die bisherigen Handelsabkommen der USA mit anderen Wirtschaftsräumen wie China, Japan oder Mexiko als "ganz schlechte" Deals - mit Milliardeneinbussen für die USA. Es gebe keine guten Handelsabkommen. Zugleich drohte Trump US-Unternehmen bei Produktionsverlagerungen nach Mexiko mit massiven Strafzöllen.

Verlagerungen von Werken nach Mexiko und dann ein Verkauf der dort hergestellten Produkte in den USA würden so nicht mehr funktionieren. Die Unternehmen müssten dafür nach den Worten von Trump einen "unglaublich hohen Zoll" und eine hohe Einfuhrsteuer zahlen. In den USA suchten schliesslich 96 Millionen Menschen einen Job. Das seien die echten Zahlen - nicht die des Ministeriums.

Die Börsen reagierten leicht. Der US-Leitindex Dow Jones rutschte zunächst kurz ins Minus, drehte dann  wieder ins Plus und anschliessend wieder ins Minus. Der Kurs des Euro sank unter die Marke von 1,05 US-Dollar. Die mexikanische Währung Peso stürzte schon vor der Pressekonferenz auf ein Rekordtief ab.

Trump lobt Autobauer

Die Märkte weltweit hatten von dem Auftritt Aufschluss darüber erwartet, ob der Republikaner seine zuletzt harte Haltung zu Handelsabkommen und zu den Beziehungen zu China beibehalten würde und ob er es ernst meint mit seinem versprochenen Konjunkturprogramm. Seit seiner Wahl hatte sich der 70 Jahre alte Milliardär und Immobilienmanager nur über den Kurznachrichtendienst Twitter dazu geäussert und Unternehmensentscheidungen kommentiert.

Trump lobte Autobauer wie Ford und Fiat Chrysler, die angekündigt hätten, ihre Produktion nicht zu verlagern beziehungsweise in neue Werke in den USA zu investieren. "Das schätze ich sehr", sagte Trump Er hoffe, dass General Motors dem guten Beispiel folgen werde. Viele Unternehmen würden zurückkommen in die USA. Es müsse unter anderem dafür gesorgt werden, dass US-Pharmakonzerne zurückkehrten.

Dazu müssten Ausschreibungsregeln überarbeitet werden, sagte Trump. Für die grossen Medikamenteneinkäufe gebe es offensichtlich keine guten Ausschreibungsverfahren. "Ich glaube, dass wir da besser werden können." Eine Ansage machte Trump auch an die US-Flugzeugbauer. Die Militärausgaben seien um Milliarden zu hoch, die Kosten müssten gedrückt werden: "Das müssen wir unbedingt ändern. Das werden wir im Wettbewerb tun."

Sein eigenes Firmenimperium will Trump kurz vor seinem Amtsantritt an seine beiden Söhne Eric und Donald Jr. übertragen. So sollten Interessenskonflikte vermieden werden, kündigte seine Anwältin an. Trump wird am 20. Januar vereidigt.

Trump hat zudem empört Berichte zurückgewiesen, Russland habe ihn mit belastendem Material in der Hand. Die Medienberichte darüber seien "Unsinn", sagte Trump.

Im Kern geht es um Informationen aus dem Privatleben Trumps und zu seinen Geschäftsbeziehungen nach Russland. In den zunächst als nicht stichhaltig eingestuften Memos, über die es angeblich eine zweiseitige Zusammenfassung bei den US-Geheimdiensten gibt, soll es um Vorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten im Jahr 2013 gehen. Ferner sollen sie Informationen zu Trumps Geschäftsbeziehungen nach Russland enthalten. Er soll von russischer Seite über Jahre mit guten Geschäften gelockt worden sein, diese aber abgelehnt haben, heisst es.

(AWP)