Trumps Ex-Chefstratege Bannon will seinen Kampf fortsetzen

Der von US-Präsident Donald Trump entlassene Chefstratege Steve Bannon will nun wieder als Publizist für einen stramm rechten Kurs der Regierung kämpfen. Unmittelbar nach seiner Entlassung am Freitag kehrte Bannon als Vorstandsvorsitzender zum Nachrichtenprotal Breitbart News zurück.
19.08.2017 09:14

Er kündigte umgehend an, Druck auf alle Gegner der von ihm verfochtenen populistischen und nationalistischen Politik zu machen. Das schliesse auch etablierte Republikaner ein. "Ich werde die Opposition zerschlagen", sagte Bannon dem konservativen Wochenmagazin "Weekly Standard".

Sein Weggang aus dem Weissen Haus signalisiere eine grosse Wende im Programm des Präsidenten. "Die Trump-Präsidentschaft, für die wir gekämpft haben und die wir gewonnen haben, ist vorbei." Für Trump werde es nun viel schwieriger, wichtige Ziele durchzusetzen. Als Beispiel nannte Bannon die Errichtung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Bannon war Trumps umstrittenster Berater. Der 63-jährige frühere Marineoffizier und Investmentbanker lieferte sich immer wieder Gefechte mit gemässigten Vertretern im Regierungsapparat.

Er befürwortet in der Wirtschaftspolitik einen nationalistischen Kurs und war eine der treibenden Kräfte hinter dem Einreisestopp für Bürger aus muslimischen Staaten. Kritiker werfen ihm auch antisemitische Haltungen vor.

Trump hielt lange an Bannon fest. Dieser hatte im vergangenen Jahr massgeblichen Anteil am Wahlsieg. Viele von Trumps treuesten Anhängern unterstützen Bannon.

Breitbart kündigt "Krieg" an

Bevor er im August 2016 Chef von Trumps Wahlkampfteam wurde, leitete er Breitbart News. Das Nachrichtenportal, das Bannon selbst einmal als "Tötungsmaschine" ("killing machine") bezeichnete, ist ein Forum für die sogenannte Alternative Rechte - ein loser Zusammenschluss, zu dem auch Neonazis und Rassisten gehören.

Es gab sich nach der Rückkehr Bannons demonstrativ kämpferisch. "KRIEG", kündigte einer der Redaktoren per Twitter an. "Steve Bannon war die Personifikation von Trumps Programm."

(AWP)